Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer C 11645,1
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
29,7 x 21 cm
Inventarnummer
C 11645,1
Schenkung Familie Heinrich Merck, Hamburg.

Das „Marionettentheater in der Heimhuderstraße“ in Hamburg wurde von Staatsrat Heinrich Merck (1877-1958) betrieben. Merck stammte aus einer alten Senatoren- und Bürgermeisterfamilie und war mit Marie-Ellen Haller, einer Tochter des bekannten Architekten Martin Haller, verheiratet. Bereits in seiner Kindheit hatte Heinrich Merck verschiedene kleine Puppenbühnen besessen. Das Interesse wurde auf einer Italien-Reise 1909 erneuert. 1912 entstand eine kleine Heimbühne, bei deren Eröffnung am Silvesterabend auch der Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, teilnahm. Nach kriegsbedingter Unterbrechung wurde der Spielbetrieb 1924 wieder aufgenommen und die Bühne 1927 erheblich vergrößert. Nun konnten 30 bis 35 cm hohe Figuren auftreten, deren Körper und Kostüme das Ehepaar Merck selbst fertigte. Für die Köpfe wurden junge Künstlerinnen gewonnen, von denen Anita Rée (1885-1933), die bekannteste war. Die meisten Köpfe stammen aber von Madeleine Fehling, die nach ihrer Beschäftigung mit den Puppenköpfen von der Malerei zur Bildhauerei überging. Merck zeichnete innerhalb der Senatsverwaltung für das diplomatische Corps verantwortlich, aus dem sich zahlreiche Zuschauer rekrutierten. Aber auch der Oberbaudirektor Fritz Schumacher und der Maler Ivo Hauptmann gehörten zu den Besuchern seiner Bühne. 1934 wurde Merck von den Nationalsozialisten aus seinem Amt gedrängt. In der Folge intensivierte er die Beschäftigung mit den Marionetten. Mit dem Tod seiner Frau und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam der Spielbetrieb zum Erliegen. Seine vielen Pläne konnte Heinrich Merck nicht mehr verwirklichen, in dem Buch „Die Kunst der Marionette“ 1948 aber zumindest skizzieren. Er stand im Austausch mit allen bedeutenden Marionettenspielern, die in Hamburg gastierten, und diskutierte lebhaft mit ihnen über die Frage eines „Marionettenstils“.

Auch mit Harro Siegel diskutierte Heinrich Merck über den Marionettenstil und Kleists Aufsatz "Über das Marionettentheater". Über die Arbeit des Reichsinstituts schreibt Siegel aus Berlin:

Wir sind hier durch den Krieg sehr stark mit der Handpuppe beschäftigt. Daneben lief eine Ausstellung, und jetzt fahren wir auf ein kurzes Gastspiel nach Paris. Danach hoffe ich, das obenerwähnte Stück von Diettrich (eine Bearbeitung der Beowulf-Sage) fertigzumachen, um mit ihm dann eine Aufführungsreihe zu beginnen, die uns möglicherweise dann auch einmal nach Hamburg führen könnte.

Hintergrundinformationen zum Puppenspiel im Nationalsozialismus
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Siegel
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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