Rapier

Das Rapier mit einem ganz silbernen Gefäß und blauem Email besticht durch seine auffallend dekorative Wirkung und Eleganz. Das Gefäß zeigt reich geschwungene und gegeneinander abgesetzte Bügel und Stangen, einen flachen breiten Knauf sowie ein abstraktes Ornament in äußerst delikatem Tiefschnittemail auf sämtlichen Flächen. Die Befestigung von Bügel und Stangen mittels Schrauben ist für Blankwaffengefäße unüblich und verstärkt den Eindruck, dass hier vor allem ästhetische Gesichtspunkte im Vordergrund standen.
Zeitlich ist die Prunkwaffe in das erste Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts und die Regierungszeit Christians II. von Sachsen einzuordnen, wie ein zwischen 1601 und 1606 von Zacharias Wehme gemaltes Porträt des Kurfürsten, Inv.-Nr. H 0198, belegt. In einem bestickten Wehrgehänge trägt er ein Rapier, dessen Gefäß dem hier gezeigten entspricht. Die auf dem Porträt abgebildete Waffe lässt sich in der Dresden Rüstkammer nicht mehr nachweisen.
Hingegen ist ein Parallelstück in der Dresdner Rüstkammer erhalten, das dem Rapier mit silbernem Gefäß in Form und Dekor nahezu identisch ist. Es handelt es sich um ein Rapier mit „einem von goldte gemachten“ Gefäß, schwarzem Tiefschnittemail und „böhmischen“ Diamanten, Inv.-Nr. VI 0431. Im Jahr 1604 verlangte der Dresdner Goldschmied Markus Bischhausen hierfür 2.400 Gulden.
Als Schöpfer des hier gezeigten Rapiers kommt ebenfalls Markus Bischhausen, von dem ansonsten kaum etwas bekannt ist, in Frage. In den Inventaren der Dresdner Rüstkammer lässt sich das Rapier sicher seit 1671 nachweisen, während in den früheren Inventaren mehrere Rapiere mit schwarz oder blau emaillierten Gefäßen aufgeführt sind. Wahrscheinlich stammt die Waffe aus dem Besitz des Herzogs August, des Bruders von Kurfürst Christian II. und Kurfürst Johann Georg I., der 1615 verstarb. Sein Nachlass wurde in die kurfürstliche Rüstkammer übernommen.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Hohlschliff beidseitig Inschrift: "IHS"; Fehlschärfe geritzt: 5.
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