Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer U 0120.01
Armbruste dienten bis ins Späte Mittelalter als Kriegswaffen, wurden im 16. Jahrhundert jedoch allmählich durch Feuerwaffen abgelöst. Im Bereich der Jagd blieb die geräuschlose Waffe weiterhin präsent, wurde aber gleichfalls mit dem Siegeszug der Feuerwaffen seltener. Den Inventaren der Dresdner Rüstkammer ist zu entnehmen, dass man mit den älteren Armbrusten noch zu Beginn des 17. Jahrhundert auf Bären schoss. Die Tiere jagte man jedoch nicht in freier Wildbahn. Vielmehr hetzte man sie mit anderen wilden Tieren im Rahmen von Feierlichkeiten auf den Schlosshöfen in Dresden oder Torgau.
Die hier gezeigte Armbrust ist seit 1593 in der Rüstkammer nachweisbar. Auf der Innenseite des stählernen Bogens sind Fechter gemalt, die auf ihren Schilden nicht mehr eindeutig identifizierbare Wappen führen. Der auf der Oberseite befindliche, in Bein gravierte Brandenburgische Adler mit dem Kur-Zepter gab der Armbrust den Namen „Brandenburgische“. Die Waffe ist 1586 datiert und stammt von dem Leipziger Armbrustmacher Caspar Schultheys, von dem weitere Exemplare in Moskau und Braunschweig bekannt sind. Eine zweite, gleichgestaltete Waffe wurde im April 1611 in Torgau an den Markgrafen Christian von Brandenburg verschenkt. Bei dem damaligen Fürstentreffen hatten zwei Bärenhatzen auf dem Schlosshof stattgefunden, bei denen die Armbrust vielleicht zum Einsatz kam.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Kolbenplatte, graviert, teils spiegelverkehrt: CASPAR / SCHVL / TEYS / V. LEI / PTZIG / R / 86;
Bogenmarke (Innen rechts): Radmarke m. 5 (oder nur 4) Zacken;
Initialen BT auf der Säulenunterseite
am Ende der Säule auf der konkaven Seite eingeschlagen: 31
Creditline
Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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