Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer i. 0085
Die Mitra aus Goldgespinst und Perlenstickerei entspricht mit ihrer geschwungenen Seitenkante der Mitrenform ab dem 16. Jahrhundert. Die senkrechten und die schrägen Schmuckbänder sowie die waagerechte Borte am unteren Rand der Mitra sind mit ornamentaler Perlenstickerei versehen. Sie dekoriert ebenso die beiden herabhängenden Bänder. Die Stickerei besteht aus reliefartig hervorgehobenem Bandornament, das durch feine Perlenschnüre betont wird. Das Ornament entwickelt sich aus einem Vasen- oder Schalenmotiv und setzt sich, ein- und ausschwingend nach oben fort.
Die durch die gestickten Schmuckbänder entstandenen Felder der Mitra sind mit einem rautenförmigen Netz von Perlenschnüren ausgefüllt. Darauf sitzt jeweils eine große Rosette aus Distelblättern und einer kleinen Blüte.
Als ausführender Handwerker wurde der am Hof des Kardinals Albrecht von Brandenburg tätige Seiden- und Perlensticker Hans Plock vermutet, wofür Analogien zur Perlenstickerei auf dem Kaselkreuz des Kardinals in Merseburg sowie dem Hassenstein-Lobkowitzer Perlenaltar herangezogen werden. Daraus resultierte die Annahme, dass die Mitra aus dem Besitz des Kardinals Albrecht stammen könnte.
Dem widerspricht der mit großer Wahrscheinlichkeit auf diese Mitra zu beziehende Eintrag im Silberinventar der Merseburger Bischöfe von 1537, wo „eine nawe infuel mit perlin gestickt bischoff Adolff machen lassen“ eingetragen ist. Demnach wäre der Merseburger Bischof Adolf von Anhalt (1514-1526) der Auftraggeber. Ob dieser die Bestellung bei Hans Plock in Halle oder bei einem anderen kunstfertigen Perlensticker aufgab, lässt sich anhand der erhaltenen Quellen bisher nicht eindeutig sagen.
Spätere Nachrichten überliefern, dass sich die Mitra nach 1552 in der Silberkammer der Merseburger Bischöfe befand und noch vom letzten Bischof Michael Helding (Bischof in Merseburg 1549-1561) verwendet wurde, denn sie gehörte zu den Gegenständen, die nach seinem Tod nach Merseburg zurückgeholt wurden.
Creditline
Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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