Der üppig dekorierte Bohrer ist wie der "Bandneber" (Inv.-Nr. P 0234) ein Nürnberger Meisterstück, das Kurfürst August vermutlich gezielt erworben hat. Der Ätzdekor am Bohrlöffel zeigt Judith mit dem Haupt des Holofernes. In den historischen Quellen ist dieses Werkzeug als "Schlauchneber" bezeichnet. "Neber" ist ein alter Begriff für Bohrer. Schlauchbohrer dienten unter anderem zur Herstellung von Löchern in Weinfässern, wenn man beispielsweise den Inhalt eines Fasses in ein anderes umfüllen wollte. Dazu verband man die Löcher in beiden Fässern mit einem Schlauch und drückte mittels eines Blasebalges im oberen Fass die Flüssigkeit in das darunter liegende Fass. Der mit Klemmschrauben festgestellte Bohrlöffel konnte gegen ein anderes Format ausgetauscht werden.
Die Funktionsweise des heute ungewöhnlich anmutenden Stückes ist wie folgt: der Handwerker presste den Bohrer auf Brusthöhe gegen das Fass und drehte mit den beiden Handhaben, von denen nur eine erhalten blieb, den gut geschliffenen breiten Bohrkopf kräftig in das Holz.
Das Meisterstück ist im Raum "Der Kurfürst als artifex" in der Dauerausstellung "Weltsicht und Wissen um 1600" präsentiert.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
3 x gemarkt: Zahnkranz
Reproduktion
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