Schwert mit Scheide

Dieses beeindruckende Schwert gelangte als Geschenk des Heinrich von Bünau auf Treben in den Besitz von Kurfürst August von Sachsen. Heinrich von Bünau war kurfürstlicher Rat, Hauptmann zu Colditz und Obersteuereinnehmer. 1574 weilte er zusammen mit der kaiserlichen Gesandtschaft unter Leitung von David Ungnad in Istanbul. Laut Inventar brachte Heinrich von Bünau dieses Schwert mit aus Istanbul nach Dresden. Die Klinge dieser Waffe ist auf der Vorderseite in reicher Goldtausia verziert. Ihr Dekor besteht aus Blütenranken und schrägen Streifen, abwechselnd mit rumi-Blättern und einer persischen Inschrift gefüllt. Die in der Inschrift enthaltenen Namen entstammen der persischen Mythologie. Faridun war der sechste mythische Urkönig und wird im Königsbuch von Ferdousi, dem Shah-nama, beschrieben. Er gilt als Symbol der Güte und Gerechtigkeit. Der ebenfalls aus dem Shah-nama stammende Rustam ist ein persischer Held, der mit Hilfe des Wundervogels Simurgh das Licht der Welt erblickte. Ähnlich wie Herkules aus der griechisch-römischen Mythologie war Rustam mit einem Tigerfell bekleidet und hatte zahlreiche Abenteuer und Kämpfe zu bestehen. So focht er als Kämpfer für das Land des Lichtes, den Iran, gegen das Land der Finsternis. Dschamschid war der vierte König der persischen Mythologie. Während seiner 300jährigen Herrschaft erlebte das Reich seine erste Blüte. Unter anderem führte er die Verwendung von Eisen ein, indem er daraus Helme, Kettenpanzer und Waffen fertigen ließ. Der Tag seiner legendären Krönung sollte den Beginn einer neuen Zeitrechnung symbolisieren und wird noch heute im Iran und bei den weltweit verbreiteten Bahá’í am Tag des Frühlingsanfangs als Neujahrstag (Nouruz / Naw Ruz) gefeiert.
Museum
Abmessungen
Schwert Länge 100,8 cm Klinge 87,2 cm Gewicht 986 g
Inventarnummer
Y 0072
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