Fragment eines Roßschweifs

Abmessungen
Höhe ca.92 cm Breite ca. 20 cm Gewicht 1494 g
Museum
Inventarnummer
Y 0265.01
In der Dresdener Rüstkammer befanden sich ursprünglich drei osmanische Rossschweife, von denen zwei im Inventar der Türckischen Cammer von 1674 nachzuweisen sind. Einer dieser beiden Rossschweife war ein Beutestück aus dem Türkenkrieg von 1663/64. Der dritte Rossschweif wurde erst nach dem Oktober 1691 hergestellt, was durch zwei als Füllmaterial eingearbeitete Fragmente eines datierten Briefes belegt ist. Die drei noch bis 1942 im Johanneum ausgestellten Rossschweife überdauerten den Zweiten Weltkrieg nur in Bruchstücken. Aus zwei der insgesamt fünf Fragmente wurde nach 1958 wieder ein kompletter Rossschweif zusammengesetzt. Rossschweife waren Rangabzeichen hoher osmanischer Würdenträger. Je nach ihrer Stellung wurden ihnen Rossschweife in unterschiedlicher Zahl verliehen. So führte der Sultan sechs bis neun, der Großwesir fünf und Janitscharenagas sowie Paschas zwei bis drei Rossschweife. Während bei Aufzügen den jeweiligen Personen ihre Rossschweife vorangetragen wurden, stellte man sie im Feldlager vor dem Zelt des Würdenträgers auf. Sie waren ebenfalls fester Bestandteil des militärischen Zeremoniells. Beim Ausrufen eines Krieges wurden Rossschweife vor dem Palast des Sultans ausgesteckt. In den Türkenkriegen gehörten sie neben Fahnen zu den beliebtesten Beutestücken christlicher Feldherren, denen man als Zeichen des Sieges wichtigen Symbolwert zuschrieb.
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