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Mantel / Landschaftskleid des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen bestehend aus Radmantel, Wams, Hose, Hut, Wehrgehänge und Leibgurt

Johann Georg, Sachsen, Kurfürst (1585-1656) - Beschenkter Sophia, Sachsen, Kurfürstin (1568-1622) - Schenker Friese, Hans Erich (um 1609 tätig) - Seidensticker
Ort, Datierung
Abmessungen
Saumumfang 615,5 cm Durchmesser quer 210 cm Seitenlänge rechts 98,3 cm Seitenlänge links 99 cm VM Vorderlänge (ohne Kragen) 89 cm HM Rückenlänge (ohne Kragen) 90 cm Halsumfang Kragen 35 cm Außenweite Kragen 64,5 cm VM Kragenhöhe 14 cm HM Kragenhöhe 13 cm Gewicht 3180 g
Museum
Inventarnummer
i. 0008.01
Das Prunkkleid war ein Weihnachtsgeschenk der Kurfürstin-Witwe Sophia an ihren Sohn Kurfürst Johann Georg I. im Jahr seines Regierungsantritts 1611. Das gezeigte Elbtal mit Dresden und Meißen spiegelt das stolze Erbe, das der neue Landesherr schützen und mehren sollte. Zu dem Prunkkleid spanisch-italienischer Mode gehören ein kreisrund geschnittener Mantel, ein Wams, eine gebauschte Kniehose, ein hoher Hut, ein Wehrgehänge mit zwei Gurten. Im Inventar genannte Strümpfe, Kniebänder, eine Hutschnur und weiße Halbstiefel aus diesem Ensemble sind nicht überliefert.
Den Mantel um die Schulter gelegt, erhob sich der Landesherr symbolisch über sein Reich. Den Blickfang an der Mantelfront bildet die gut befestigte kurfürstliche Hauptstadt Dresden mit der steinernen Elbbrücke und dem Residenzschloss. Das schon im 16. Jahrhundert als Elbflorenz bezeichnete Dresden beeindruckt mit seinen zahlreichen Türmen und Gebäuden sowie seinen Festungswerken nach italienischem Vorbild.
Von Dresden bis nach Meißen erstreckt sich das gestickte Elbtal und präsentiert sich als ertragreiche Natur- und Kulturlandschaft. Die Elbe fließt unter bewölktem Himmel an Felsformationen, Hügeln, Baumgruppen, Wiesen und Äckern vorüber. Der silbern glänzende Fluss ist mit großen Schiffen, sowie mit Flößen, Lastkähnen, Fischerbooten und Anglern als Hauptverkehrsader und Nutzgewässer ausgewiesen. Die Riesenfische sind Zitate aus Weltkarten und Globen. An den Zuflüssen arbeiten beeindruckende Wassermühlen. Parallel zum Flusslauf führen Straßen von Ort zu Ort. Auf ihnen verfolgen schnelle Postreiter und Wanderer ihren Weg.
Der Wirtschaftserfolg der kurfürstlichen Regierung ist überzeugend ins Bild gesetzt: Bäuerinnen melken Kühe mit prallem Euter. Schäfer mit Hund hüten große Herden. An den Hängen staffeln sich Bänke zum Bleichen von Leinen. Der Kurfürst zu Pferd präsentiert sich als Jagdherr in seinem an Hirschen, Rehen und Wildschweinen reichen Revier. (Jutta Charlotte von Bloh)
Creditline
Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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