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Neue Theater-Dekoration. Setzstücke. No. 7978

Kühn, Gustav <Firma, Neuruppin> (1791 - ca. 1945 tätig) - Druckerei
Abmessungen
33,5 x 41,8 cm
Inventarnummer
C 4726
Der Verlag Gustav Kühn in Neuruppin zählte zu den bedeutendsten deutschen Produzenten von Bilderbogen im 19. und 20. Jahrhundert. Gegründet 1775 von Johann Bernhard Kühn als Buchbinderei und Buchhandlung, wurde 1791 eine Druckerei angeschlossen und um 1810 auch mit dem Druck von Bilderbogen begonnen. 1815 übernahm Gustav Kühn (1794-1868) das Geschäft von seinem Vater. 1825 führte er die Lithographie als neues Druckverfahren ein, und erreichte schon zu Beginn der 1830er Jahre eine jährliche Produktion von über einer Million Blättern. Im Gegensatz zu Druckereien wie Winckelmann in Berlin konzentrierte sich Kühn auf eher preiswerte Artikel, die allerdings für den ganzen europäischen und sogar den Weltmarkt konzipiert waren. Viele Motive waren Plagiate nach Blättern anderer Verlage. Sie sind oftmals spiegelverkehrt wiedergegeben. Das Kolorieren erfolgte gewöhnlich mit Schablonen in Heimarbeit durch Frauen und Kinder oder sogar durch Gefängnisinsassen. Die Produktion von Blättern für Papiertheater erfolgte ab 1832. In den 1880er Jahren wurden die meisten Motive vollkommen überarbeitet. Die Auflagen gingen aber durch die Konkurrenz von Verlagen wie J. F. Schreiber in Esslingen und Jos. Scholz in Mainz zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark zurück. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs endete die Geschichte der Bilderbogenproduktion in Neuruppin.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Neu=Ruppin, zu haben bei Gustav Kühn.
Walter Röhler: Tabellen zur Geschichte des Theaterbilderbogens. 1. Teil: Die Produktion der deutschen Firmen, Hanau 1994 (= Weiße Reihe des Papiertheaters, 3), S. 24

Sammlung Prof. Dr. Kollmann, Leipzig.

Der Arzt und Universitätsprofessor Dr. Arthur Kollmann (1858-1941) war seit seiner frühesten Jugend ein Liebhaber des Puppenspiels, insbesondere des sächsischen Marionettentheaters. Bereits als Student nahm er Kontakt zu den beiden Leipziger Theaterprinzipalen und Halbbrüdern Carl und Paul Kapphahn auf, die ihn in die Puppenspielerszene einführten. Kollmann pflegte mit vielen Puppenspielern Kontakte, einige von ihnen wurden seine Freunde. Er half ihnen in Notzeiten und trug im Laufe der Zeit nicht nur eine große Puppentheatersammlung zusammen, sondern auch ein enormes Wissen. Als er sich 1906 in Leipzig eine eigene Stadtvilla errichten ließ, war eine Etage für seine Puppentheater- und seine Zauberkunstsammlung vorbehalten. 1912 und 1913 erwarb er zwei vollständige Marionettenbühnen, mit denen er in Leipzig öffentliche Vorstellungen geben ließ. 1914 kamen zwei weitere Bühnen hinzu, die direkt für eine museale Präsentation bestimmt waren. 1927 schenkte er seine Sammlung der Stadt Leipzig. Sie wurde in der Europa-Abteilung des Völkerkundemuseums im neuerrichteten Grassi-Museum aufgestellt. Zugleich wurden hier bis zur Zerstörung des Museumsgebäudes 1943 regelmäßig öffentliche Aufführungen gegeben. Durch die Luftangriffe auf Leipzig gab es Verluste, die meisten Objekte aber blieben erhalten. Nach 1945 wurde Kollmanns Sammlung aber nicht mehr gezeigt. Im Rahmen der Profilierung der Museen der DDR erfolgte ab 1972 die Überführung der Exponate in die Puppentheatersammlung. Sie wurde hier mit der Sammlung Link vereinigt, die einst in enger Beziehung zu Kollmanns Sammlung entstanden war.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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