Was sich auf den ersten Blick vielleicht als ein etwas ungewöhnlich gebauter Tisch zeigt, erweist sich bei der Benutzung als eine Kunstkammer im Kleinen: In den geschickt im Korpus verborgenen acht Schub- und Einsatzkästen befinden sich perfekt eingepasst mehr als 200 Einzelteile verschiedenster thematischer Bereiche: unter anderem Apotheken- und Badergerät, Schreibzeug, Spiele, wissenschaftliche Instrumente und ein Spinett. Das Kabinett weist in seiner absolut einzigartigen Formidee sowie in vielen Teilen die Ausstattung frappierende Parallelen zu dem großen Kunstkammer-Kabinett in Uppsala sowie dem Pommerschen Kunstschrank (Berlin) auf, die beide vom Augsburger Kaufmann und Diplomaten Philipp Hainhofer (1578-1647) konzeptioniert und unter Mitarbeit verschiedenster Augsburger Kunsthandwerker ausgestattet worden war. Wenngleich für das Dresdner Tischkabinett bisher keine sicheren schriftlichen Nachweise gefunden werden konnten, deuten die originelle Korpusidee sowie die Zusammensetzung und Beschaffenheit der Ausstattung sehr auf eine Autorenschaft Philipp Hainhofers hin. Das Kabinett und jedes Einzelteil seiner Ausstattung werden erstmals im nach 1732 erstellten Inventar der Dresdner Kunstkammer erwähnt. Nach Auflösung der Kunstkammer wird das Stück 1832 dem Historischen Museum übereignet und im Zuge der Neuordnung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg 1958 dem Kunstgewerbemuseum übergeben
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
"B M L" Monogramm eines unbekannten Kunstschreiners, Zirkel signiert: GZ (Georg Zorn, Augsburg, um 1600), die Geräte tragen verschiedene Meistermarken und mehrfach das Augsburger Beschauzeichen
Zugeordnete Objekte
P 0212 Proportionalzirkel / Tischkabinett Kurfürstin Magdalena Sibylla (untergeordnet)
P 0368 Kartenspiel "Ludus chartarum spiritualis" / Tischkabinett Kurfürstin Magdalena Sibylla (untergeordnet)
P 0369 Kartenspiel / Tischkabinett Kurfürstin Magdalena Sibylla (untergeordnet)
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