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Civitella (Der Abend)

Richter, Ludwig (1803-1884) - Maler
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
59,5 x 77,5 cm
Museum
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2227
Mit dem Bildpaar »Civitella« und »Ariccia«, entstanden bald nach der Rückkehr von seinem Italienaufenthalt 1823 bis 1826, suchte Richter in der Heimatstadt Dresden Anerkennung zu gewinnen und zugleich seiner Idee einer besonderen Verbindung von Landschafts- und Figurenbild im größeren Format Anschauung zu verleihen. »Civitella (Der Abend)« oder: »Die Heimkehr der Hirten von Civitella«. wie der Künstler das Bild kurz nach seiner Vollendung selbst genannt hat, entstand wie das Gegenstück »Ariccia (Der Morgen)« im Auftrag des vermögenden Dresdener Kunstsammlers und Mäzens Johann Gottlob von Quandt. Der junge Richter war auf solch fördernde Unterstützung in seinen Anfängen dringend angewiesen. Quandt hatte »zwei italienische Landschaften in mittlerer Größe« bei ihm bestellt und Richter wählte - so schrieb er - »charakteristische Motive aus dem Sabiner- und Albanergebirge«, mit denen er auf seine frisch gewonnenen Italienerlebnisse zurückgreifen konnte. In die Konzeption des Bildpaares band er das Tageszeitenthema ein, dessen symbolischer Gehalt in den dargestellten Tätigkeiten der Menschen bildhafte Anschaulichkeit findet. Hier ist es die Heimkehr der Landleute am Abend, die über eine Beschreibung alltäglichen Geschehens weit hinausweist und gleichnishafte Bedeutungen im Sinne eines Lebensweges des Menschen einschließt. Als eine aufeinanderfolgende Reihung bewegen sich die Gestalten den felsigen Weg hinauf und dabei bergan scheinbar geradewegs in den Himmel hinein. Die vorangehende der Frauen balanciert auf dem Kopf ein Gefäß mit dem lebenspendenden Wasser. In den Händen hält sie einen Spinnrocken und in auffälliger Weise zudem eine Spindel über den steinigen Pfad, so dass die Gedanken an Lebensfaden und Lebensweg nahegelegt werden. Der jungen Frau am Schluss des Zuges hat Richter die Züge seiner Frau Auguste verliehen, die er zur Zeit der Ausführung des Gemäldes nach langem Warten aufgrund anhaltender Geldnot am 4. November 1827 endlich hatte heiraten können. Der Aufenthalt in Civitella 1825 hat für Richters Werden als Künstler, Christ und Mensch sehr viel bedeutet, und die Erinnerungen daran sind für ihn zeitlebens ein Ort der inneren Einkehr geblieben. Als der Künstler seine aus Reiserinnerungen gespeiste Bildidee 1867 noch einmal in zwei Zeichnungen variierte, hat er ihnen wie zu r Erklärung die Verse aus dem 2. Gesang des »lnferno« von Dantes »Divina Commedia« beigegeben: »Der Tag ging unter, und des Aethers Bräune / Rief die Geschöpfe, die da sind auf Erden, / von ihrer Mühsal.«
(Gerd Spitzer: 2007)
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