Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer Gal.-Nr. 2228
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
59,5 x 77,5 cm
Museum
Inventarnummer
Gal.-Nr. 2228
Das Bild von der Morgenstimmung bei Ariccia hat Richter als Pendant zu dem Gemälde »Civitella (Der Abend)« im Auftrag des Kunstsammlers Johann Gottlob von Quandt geschaffen. Der Bezeichnung nach ist das Werk 1828 in Meißen vollendet worden, wo der junge Künstler sich zu Beginn des Jahres um eine Anstellung als Lehrer an der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur beworben hatte, die er Anfang März antrat. Auch inhaltlich gesehen steht die Darstellung mit dem formatgleichen Gegenstück »Civitella« in engem Zusammenhang. Während sich dort die Heimkehr der Menschen nach der Mühsal des Tages dargestellt findet, wird hier das Wasserholen an der Quelle unterhalb von Felsen als bedeutungsvolle Handlung in den Mittelpunkt der Bildkomposition gerückt. Mit der Bindung des Vorgangs an den Morgen - im Gegensatz zur Heimkehr am Abend – erhält die Darstellung einen zusätzlichen Sinngehalt. Das Wasser kann zugleich als Wasser des Lebens und die Quelle am Morgen in solchem Zusammenhang auch als ein Zeichen des Anfangs verstanden werden. Ein gewundener Pfad führt vom Ort des Wasserschöpfens hinaus in die weite Ebene, zu Seiten dieses Weges erhebt sich über einem Hügel, verheißungsvoll durch das einfallende Morgenlicht erhellt, ein hoch aufragendes Kreuz. Der alte Mönch, der wie die Frauen gekommen ist, um frisches Wasser zu schöpfen, wendet sich in belehrendem Gespräch dem Kinde zu - Richter sprach zur selben Zeit in einem Brief über Missionsangelegenheiten von dem Wasser als »Lebenswasser des Evangeliums«. Der Künstler hat für seine Komposition auf eine weit ausgeführte Zeichnung vom Landschaftsort zurückgegriffen, wobei er in dem Gemälde das Felsplateau als eine Art Bühne für die absichtsvoll eingesetzten Figuren beträchtlich vergrößerte und um eben jene Quelle ergänzte, die nun wasser- und lebenspendend unter den Felsen hervortritt. Der Maler gestaltet den sorgsam ausgearbeiteten Naturraum als Auftrittsort für Figurengruppen, die auch inhaltlich den Schwerpunkt der Darstellung bilden. Richters Aufzeichnungen von 1830 zufolge war es seine erklärte Absicht, Landschaftsbilder zu malen, in denen »Figuren [...] den Fingerzeig auf den Geist der Landschaft ausmachen«. Die Gemälde »Civitella« und »Ariccia«, die Ludwig Richter selbst zu den wichtigsten seiner malerischen Werke gerechnet hat, wurden 1868 von Eduard Cichorius aus der nachgelassenen Sammlung Quandt erworben und 1903 der Dresdener Gemäldegalerie geschenkt.
(Gerd Spitzer: 2007)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet rechts unten: L. Richter. pinx. Meissen - 1828.
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