Karl Dietz (1890-1964) stand der Wandervogelbewegung nahe und leitete nach dem Ersten Weltkrieg im erzgebirgischen Hartenstein den Greifenverlag. 1921 erwarb er das Unternehmen und verlegte dessen Sitz nach Rudolstadt in Thüringen. Dietz gab in der Weimarer Republik linken wie völkischen Autoren gleichermaßen ein Podium. Er publizierte sexualaufklärerische und später auch okkultistische Schriften. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er einer der wenigen Privatverleger der DDR und zugleich Namensgeber und Gesellschafter des gleichnamigen SED-Parteiverlags. Dietz war seit Hartensteiner Zeiten mit dem Hohnsteiner Puppenspieler Max Jacob befreundet, dessen Biografie er 1964 veröffentlichte. Das Ehepaar Dietz erwarb für seine Kinder in den 1920er Jahren diverse Handpuppen. Der um 1921 geborene und 1940 gefallene Sohn soll ein talentierter Puppenspieler gewesen sein und als Jugendlicher öffentliche Aufführungen in Rudolstadt gegeben haben. Die Tochter Gundel, die mit dem Schriftsteller und Lektor Paul Schmidt-Elgers (1915–1995) verheiratet war, übergab den Fundus 1968 an die Puppentheatersammlung. Angeblich sollen die Aufführungen auf der Grundlage von Hohnsteiner Texten gegeben worden sein. Im Fundus fand sich allerdings nur eine Hohnsteiner Handpuppe, die anderen Figuren stammten von Carlo Böcklin, vom Altvaterhaus in Sternberg (Mähren) und vom Landesverein Sächsischer Heimatschutz. -
Carlo Böcklin war Architekt und ein Sohn des Malers Arnold Böcklin. Er lebte meist in Italien und beschäftigte sich dort auch mit dem Puppenspiel. 1911 veröffentlichte der Verlag Gebauer und Schwetschke in Halle „Kasperl-Bilder-Bücher“ mit Illustrationen Böcklins. Dazu bot der Verlag auch passende Handpuppensätze an. Die erste Auflage wurde in Steinpappe gefertigt, die zweite nach dem Krieg in Holz. Während Böcklin mit der Großmutter und dem Räuber neue Typen für das Kasperspiele erfand, konnte sich sein Kasper allerdings nicht durchsetzen.
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