Junge Dame mit Zeichengerät - Gräfin Thekla Ludolf, geb. Weyssenhoff

Vogel von Vogelstein, Carl Christian (1788-1868) - Maler
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
70 x 48,5 cm
Inventarnummer
Inv.-Nr. 2011/16
Mit wachen Augen schaut die junge Frau aus dem Bild heraus, als wolle sie mit ihrem Blick fixieren, was sie demnächst aufs Papier zu bannen gedenkt. Der Zeichenunterricht gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts zum Bildungskanon junger, adliger Damen. Auf den obligatorischen Italienreisen wurden so Sehenswürdigkeiten festgehalten, die bei der Rückkehr als Thema der Konversation dienten. Junge Künstler verdienten sich oft ihren Unterhalt als Zeichenlehrer, so auch Carl Christian Vogel von Vogelstein. Nach Beendigung seines Studiums an der Dresdner Kunstakademie begleitete er von 1807 bis 1812 den Baron von Löwenstern, dessen Tochter er unterrichtete, auf einer Reise durch das Baltikum. In dieser Zeit machte er sich als Porträtist einen Namen und lernte vermutlich die livländische Familie Weyssenhoff kennen. An diese Bekanntschaft konnte er während seines Italienaufenthalts 1813 bis 1819 anknüpfen. So entstand 1816 das Porträt der jungen Gräfin Thekla Ludolf, geborene Weyssenhoff. Das repräsentative Bildnis besitzt mit seinem Ausblick auf den Golf von Neapel samt rauchendem Vesuv zugleich Souvenircharakter. Während Sessel und Kleidung noch dem Empire zuzuordnen sind, ist das Bogenfenster mit seiner Wendelsäule ein Element der Gotik, der sich die Romantik zuwandte. Dem sanft und warm leuchtenden Rot des Samtkleides, das von einem dunkelgrünen Umhang kontrastierend umfangen wird, steht der weiche Hautton des elegant auf der Zeichenmappe ruhenden Arms und die effektvoll ins Licht gerückte Nackenpartie entgegen. (Autor: Holger Birkholz, 2018)

Den jüdischen Schwestern Malvina († 1940 Wien), Jenny und Bertha Rosauer († 1942 Vernichtungslager Treblinka) im April 1938 entzogen, von der Dresdner Gemäldegalerie 1940 aus dem Kunsthandel J. Böhler, München, erworben. 2010 Restitution an die Nachfahren der Eigentümerinnen, 2011 zurückerworben aus dem Kunsthandel in London mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Bezeichnet verso: Vogel C Roma 1816
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