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Bürgerliches Zimmer. No. 1082.

Robrahn & Co. <Magdeburg> (1823-1928) - Druckerei
Abmessungen
33,2 x 40,6 cm
Inventarnummer
1320 i
Der Verlag Robrahn & Co war zwischen 1823 und 1934 in Magdeburg tätig. Er entstand durch den Verkauf der Steindruckerei des Friedrich Cuny an Eduard Robrahn (*1793). 1856 übernahm Rudolph Robrahn senior die Leitung des Verlages mit Druckerei, Kunst- und Papierhandlung, 1901 dann der Enkel Rudolph Robrahn junior (1865-1917). 1918 bis 1921 führte der bisherige Teilhaben Eugen Hauch das Geschäft als GmbH fort, bis es schließlich in vierter und letzter Generation von Eduard Barth, dem Schwiegersohn Rudolph Robrahn juniors, bis zur Schließung 1934 betrieben wurde. Seit 1901 hatte die Firma ein repräsentatives Gebäude am Ambrosiusplatz 6 in Magdeburg-Sudenburg. Robrahn & Co gaben ihren Bilderbogen seit 1857 fortlaufende Nummern. 1888 erschien der Bogen 4700 und 1905 der Bogen 5699. Die tatsächliche Produktion lag bei etwa 2400 Motiven. Damit handelte es sich bei Robrahn & Co nach den beiden Neuruppiner Verlagen Gustav Kühn und Oehmigke & Riemschneider um einen der wichtigsten Produzenten von Bilderbogen in Deutschland. Ähnlich wie die Neuruppiner Konkurrenz deckte der Magdeburger Verlag das gesamte Spektrum der Bilderbogenproduktion mit Modellier- und Ereignisbogen, Aufstellfiguren, Spielen und Papiertheater ab.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Druck u. Verlag v. Robrahn & Co. in Magdeburg.
Walter Röhler: Tabellen zur Geschichte des Theaterbilderbogens. 1. Teil: Die Produktion der deutschen Firmen, Hanau 1994 (= Weiße Reihe des Papiertheaters, 3), S. 38

Sammlung Otto Link, Leipzig.

Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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