Ort, Datierung
Mittelamerika, Guatemala, 1957-2000, Santa Maria Nebaj / Ixil, Department: El Quiché
Abmessungen
118,3 x 106,4 cm
Inventarnummer
MAm 08775
Die Huipil genannte, lose getragene Frauenbluse ist eines der meist verwendeten Kleidungsstücke indigener Frauen in Mesoamerika. Die Tradition geht bis in die vorspanische Zeit zurück. Huipils sind vor allem in den südmexikanischen Provinzen und unter den Maya in Guatemala verbreitet. Nach der spanischen Eroberung wurden Tragweise und Muster durch Kulturkontakt und Handel beeinflusst, etwa durch den Import von Stoffen aus Asien, oder die Kombination mit europäischen Röcken, und später durch die Einführung von maschinellen Webtechniken und von Kunststoffen.
Jedoch blieb diesem Kleidungsstück eine hohe, an Lokalitäten und Familien gebundene Symbolik erhalten, mit der die Trägerinnen ihre Identität ausdrück(t)en. An Mustern und Farben lässt sich die Herkunft aus bestimmten Dörfern und Städten bestimmen und sogar historische Migrationsbewegungen nachverfolgen.
Die Sammlerin Clarita Charlotte Amalia Keller wurde 1920 in Guatemala als Tochter deutscher Auswanderer geboren und verbrachte mehr als 30 Jahre in Guatemala und Venezuela. Sie sammelte hunderte Huipils, Tücher, Decken und kunsthandwerkliche Objekte der Maya des guatemaltekischen Hochlands. Damit dokumentierte sie den Erhalt und die Vitalität indigener Traditionen in Zeiten schwerer wirtschaftlicher und politischer Krisen, wie etwa dem Bürgerkrieg 1960-1996.
(MVL, Frank Usbeck, 11.11.2020)
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