Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 43020
Ort, Datierung
Abmessungen
H. 2,8 cm, D. 12,8 cm
Inventarnummer
43020
Das Objekt vermittelt einen repräsentativen Eindruck von den vielfältigen Waren, mit denen die berühmte neapolitanische Keramikmanufaktur Giustiniani in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts antikenbegeisterte Italienreisende versorgte. Die Schale ist zumeist in Schwarz und Rotbraun mit mythologischen Szenen oder Ornamenten bemalt.

Der Teller hat seinen Ursprung in der Manufaktur mit Nicola Giustiniani (1736-1815), Spross einer in Kampanien in der Keramikherstellung tätigen Dynastie, die sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Sein Unternehmergeist und Erfindungsreichtum, der ihm den Beinamen „belpensiero“ einbrachte, lässt sich mit dem etwa gleichaltrigen Josaiah Wedgewood vergleichen. Beide erkannten das Potential der Kultur der Antike für das zeitgenössische Kunstgewerbe. Im Fall von Giustiniani waren die archäologischen Ausgrabungen in den nahegelegenen Ortschaften Pompeji und Herculaneum von besonderer Bedeutung. Die dort aufgefundenen antiken Vasen, insbesondere diejenigen im Besitz des britischen Diplomaten Sir William Hamilton, lösten – nicht zuletzt aufgrund ihrer reich bebilderten Publikation – europaweites Interesse aus.

Biagio Giustiniani, der die Geschicke der Firma nach dem Tod seines Großvaters fortführte, verlagerte die Produktion in die Via Marina in Neapel und konzentrierte sich auf die Herstellung von Keramiken nach Vorbild pompejanischer Fundstücke. In der Hochphase konnte seine Manufaktur durchaus mit der des berühmten Porzellans von Capodimonte konkurrieren. Nach Biagios Tod setzte jedoch ihr allmählicher Niedergang ein, der in Insolvenzen und Neugründungen mündete. Der Firmensitz, dessen Fassade er mit ägyptisierenden Reliefs ausgestaltet hatte, ging beim Bombardement Neapels im Zweiten Weltkrieg verloren.

Das Objekt stammt aus der Blütezeit der Manufaktur. Die Gruppe der Giustiniani-Keramiken tragen das schwarze Siegel Ferdinands II. mit dem Wappen beider Sizilien, was eine Datierung zwischen 1830 und 1859, der Regierungszeit des Königs, erlaubt. Darüber hinaus findet sich die Unterschrift der für das Altertum und die schönen Künste zuständigen Kommission, die die Qualität der ausgeführten Waren bestätigt. Die Eintragung der Standortnummer der Porzellansammlung geht auf Gustav Friedrich Klemm (1802-1867) zurück, der gemeinsam mit dem Prinzen Johann von Sachsen durch Italien, unter anderem nach Neapel reiste. Es wird vermutet, dass die Objekte im Rahmen dieser Reise erworben worden sind, eventuell sogar als diplomatisches Geschenk. Die Verbindungen zwischen Dresden und Neapel waren spätestens mit der Hochzeit zwischen Maria Amalia von Sachsen und Karl III. von Spanien sehr eng. In dieser Zeit hielt Johann Joachim Winckelmann den sächsischen Hof zu den Ausgrabungen in Pompeji und Herculaneum auf dem Laufenden. (Alexander Röstel)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Unterseite: Presstempel: "o"
Reproduktion
Wenn Sie Abbildungen dieses Objektes nutzen möchten, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf. Auch Objekte, die aus ethischen Gründen ausgeblendet sind, können bei begründetem Interesse mit diesem Formular angefragt werden.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Gefäß

Skyphos

Giustiniani (Manufaktur)
Kunstgewerbemuseum
Weitere interessante Objekte
Skyphos
Giustiniani (Manufaktur)
Kunstgewerbemuseum
Kunstgewerbemuseum

Maßkanne (Stitze)

Demiani, Hans
Kunstgewerbemuseum
Weitere interessante Objekte
Maßkanne (Stitze)
Demiani, Hans
Kunstgewerbemuseum
Giustiniani (Manufaktur)

Wassertopf aus Ton (olla)

uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
Weitere interessante Objekte
Wassertopf aus Ton (olla)
uns nicht bekannt
Museum für Völkerkunde Dresden
Zum Seitenanfang