Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
16teilig, je 130 x 100 cm
Inventarnummer
Leih-Nr. L 506
Die Birkenau-Bilder sind bereits Gerhard Richters dritter Versuch, sich künstlerisch mit dem Thema des Holocausts auseinanderzusetzen. Erste Bemühungen gehen in das Jahr 1967 zurück, wo er mit Konrad Lueg eine Ausstellung in der Düsseldorfer Galerie Niepel plante, in der sie unter dem Titel "Sex und Massenmord" überarbeitete Fotografien aus Pornoheften und Konzentrationslagern zynisch gegenüberstellen wollten. Beide gaben die Idee nach ersten Entwürfen auf. 1998 griff er das Thema für seine Arbeit im Deutschen Bundestag noch einmal auf. Er plante vier monumentale Bilder mit Fotografien aus Konzentrationslagern. Richter ließ das Thema jedoch wieder fallen. 2014 wurde er durch eine Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf das Buch "Bilder trotz allem" des französischen Philosophen und Kunsthistorikers Georges Didi-Huberman aufmerksam, in dem dieser vier Fotografien interpretiert, die im August 1944 von einem Häftling im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau angefertigt worden waren. Richter übertrug diese vier Fotografien auf große Leinwände. Jedoch musste er sich eingestehen, dass das gemalte Abbild der Eindringlichkeit der kleinen Fotografien nichts hinzufügen konnte. Konsequenterweise entschloss er sich deshalb, die Bilder zu übermalen. Entstanden sind vier abstrakte Kompositionen, deren dichte, dunkeltonige Farbschichten mit farbigen Einsprengseln von Rot und Grün eine undurchdringlichen Mauer bilden. Diese abstrakten Bilder überführen die konkreten gegenständlichen Motive in eine allgemeine Gültigkeit, die dem Thema weniger eine Anschaulichkeit als eine Anmutung verleiht, welche den unvorstellbaren Ereignissen des damaligen Völkermords in einer unfassbaren abstrakten Sprache gerecht zu werden versucht. Von den vier Gemälden ließ Richter die Fotofassung herstellen, die sich heute im Albertinum befindet. (Text: Dietmar Elger 2018)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
jede gerahmte Fotografie hat rückseitig einen Aufkleber, der die Positionierung des Teils im Bildensemble eindeutig angibt.
Reproduktionsrechte
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