Ort, Datierung
Dresden 1957 / Oberhausen 2012
Abmessungen
31teilig, je 29,5 x 21 cm
Inventarnummer
78/14-108/14
Überraschend ist 2008 ein Konvolut von 31 Arbeiten Gerhard Richters aus dem Jahr 1957 zum Vorschein gekommen. Es sind Walzendrucke in schwarzer Druckfarbe auf Papier im Format A4. Richter hatte 1956 sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste im Fach Wandmalerei abgeschlossen; als vielversprechender junger Künstler konnte er aber in seinem Atelier an der Hochschule weiterarbeiten. So besuchte er 1957 einen Kurs für Druckgrafik, doch er folgte dem Unterricht eher widerwillig, da er sich kaum für grafische Techniken interessierte. Als die Studenten Probedrucke ausführen sollten, spielte er mit der Farbwalze herum. Eigentlich sollte mit der massiven Gummiwalze schwarze Druckfarbe auf den Druckstöcken aufgetragen werden. Richter färbte die Walze dagegen bewusst ungleichmäßig ein und rollte sie direkt über die Papiere, auf denen sie breite schwarze Spuren hinterließ. Dabei variierte er den Farbauftrag, ergänzte die Bilder teilweise um Figuren und veränderte die Farbflächen z.B. durch den Einsatz seiner Finger. Trotz der landschaftlichen Anmutung der Arbeiten, waren sie für Richters damalige offizielle Malweise gemäß dem sozialistischen Realismus zu frei und abstrakt. Richter schenkte sie deshalb einem Künstlerfreund. Als Richter die Arbeit 1989 wiedersah, fand er genau diese Freiheit berührend, insofern sich sein Werk in der BRD immer weiter in diese Richtung entwickelt hatte. Er signierte einige der 31 Blättern und gab ihnen 2008 eine endgültige Reihenfolge sowie den Titel "Elbe". Damit verweist er auf die Brühlsche Terrasse über dem Fluss, wo 1957 diese Blätter geschaffen wurden.
Im Bestand des Gerhard Richter Archiv befindet sich eine von acht Ausstellungskopien, die 2012 als Tintenstrahldrucke basierend auf Gerhard Richters Walzendrucke von 1957 ausgeführt worden sind. (Exzerpt: Dieter Schwarz: Gerhard Richter. Elbe, Dresden 2009 / Ergänzungen: Kerstin Küster)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
nur auf dem ersten Blatt der Serie befindet sich die originale Signatur Gerhard Richters auf der Rückseite.
Reproduktion
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