Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer A 1128

Kirchenmodell

Dieses Kirchenmodell wurde 1857 von einem unbekannten Hersteller in Freiberg gefertigt. Es handelte sich bei diesem, so eine Inschrift am Objekt, wohl um einen Beschäftigten im Bergbau, der dieses Objekt im Auftrag seines Vorgesetzten, dem Revier-Werkmeister Carl Gottlieb Ulbricht, anfertigte, denn die Kirche war im selben Jahr das Weihnachtsgeschenk für den siebenjährigen Sohn Robert. Vermutlich diente es dazu, dem Knaben grundlegendes Verständnis für die Konstruktion von Gebäuden zu vermitteln. Das gesamte Gebäude ist aus Einzelteilen zusammengesetzt: verzapfte Holzelemente, Wandelemente, die in einer Nut sitzen, bemalte Schindeln aus Metall bedecken das Dach. Der Turm enthält eine Glocke, die von außen per Seilzug betätigt werden kann.

Das Modell wurde über Generationen in väterlicher Linie weitergereicht. Dabei gelangte es im Laufe der Zeit von Freiberg 1883 nach Oschatz, von wo es 1927 (erneut als Weihnachtsgeschenk) nach Berlin-Pankow versandt wurde. Von dort nahm es 1949 der damalige Besitzer (Erhard Ulbricht, der Enkel des Erstbesitzers) mit nach Düsseldorf, wohin er berufsbedingt zog. Später folgte ein weiterer Umzug nach Frankfurt am Main 1956, bevor das Modell dann ab 1962 in Kassel stand. Als der Haushalt Erhard Ulbrichts 1989 aufgelöst wurde, erhielt es dessen Enkel Stephan in Ludwigsburg, wo es bis 2020 verblieb.

Verwendung fand das Modell über Generationen hinweg als zentrales weihnachtliches Objekt - ähnlich wie in anderen Familien eine Pyramide oder Krippe. Die Kirche war für die Kinder der Familie in der Weihnachtszeit ein besonderes Erlebnis, das - wohl seit Mitte des 20. Jahrhunderts auch mit einer Innenbeleuchtung ausgestattet - die Augen der Kinder alle Jahre wieder zum Leuchten brachte. Wohl ab Mitte des 20. Jahrhunderts lud eine kleine, als Pfarrer gekleidete Puppe die Betrachter zum Gottesdienst ein.
Das Modell wurde dem Museum von der Familie Erhard Ulbricht (Oschatz) und Nachkommen als Schenkung übergeben.
Creditline
Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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