Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
126 x 99 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 658
Die Dargestellte hält eine Viola da Gamba in der Hand und scheint darauf zu warten, dass wir das andere Streichinstrument (Viola da Braccio) ergreifen, um mit ihr zu musizieren. Das Gemälde wirkt wie ein Porträt. Vor einigen Jahrzehnten wurde vorgeschlagen, in der Musikerin Barbara Strozzi (1619–1677) zu sehen. Sie war eine erfolgreiche venezianische Sängerin und Komponistin, die ihre Lieder in acht Publikationen herausgab. Allerdings sind von Barbara Strozzi keine verbürgten Porträts überliefert, was die Identifizierung des Dresdner Bildes sehr erschwert. Zudem ist das weit ausgeschnittene Dekolletee auffällig. Diese Freizügigkeit ist für ein Porträt nicht denkbar, es sei denn, es würde sich um eine Kurtisane handeln. Daher wurde daher angenommen, dass Barbara Strozzi auch als "onesta cortigiana" tätig war, was an und für sich nicht ehrenrührig gewesen wäre. Doch gibt es keine belastbaren Quellen, die eine solche Tätigkeit für die Sängerin belegen. Vielmehr wurde vor allem das Bild selbst als Grundlage für diese Schlussfolgerung herangezogen.
Wahrscheinlich ist das Bild eine Allegorie der Musik. Die Instrumente wie auch die Anmut der Dargestellten spielen auf die Harmonie der Musik an. Nicht ausgeschlossen ist, Strozzis Gemälde eventuell in der Tradition der „belle donne“ (schöne Frauen) steht. Dieses Sujet ist eine venezianische Sonderform besonders der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die die weibliche Schönheit an und für sich feiert. Tizians Dresdner „Dame in Weiß“ ist eines der herausragenden Beispiele. Der aus Genua stammende Maler arbeitete seit 1633 in Venedig, wo er zu den prägenden Malern des Barock zählt. Hier verband er caravaggeske Hell-Dunkel-Konstraste mit der Freiheit des venezianischen Pinselstrichs. Angemerkt sei, dass er trotz der Namensgleichheit wohl nicht mit Barbara Strozzi verwandt war. (Andreas Henning)
Literatur
Caravaggio. Das Menschliche und das Göttliche, Ausst.-Kat. Dresden 2020, Gemäldegalerie Alte Meister, hg. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Stephan Koja und Iris Yvonne Wagner, Dresden 2020, Abb. S. 62
Reproduktionsrechte
Wenn Sie Reproduktionsrechte an diesem Objekt erwerben wollen, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Gemälde

Blick von den Lößnitzhöhen auf Dresden

Thiele, Johann Alexander
Gemäldegalerie Alte Meister
Blick von den Lößnitzhöhen auf Dresden
Thiele, Johann Alexander
Gemäldegalerie Alte Meister
Gemäldegalerie Alte Meister

Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke

Bellotto, Bernardo, gen. Canaletto
Gemäldegalerie Alte Meister
Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke
Bellotto, Bernardo, gen. Canaletto
Gemäldegalerie Alte Meister
Strozzi, Bernardo

David mit dem Haupt Goliaths

Strozzi, Bernardo
Gemäldegalerie Alte Meister
David mit dem Haupt Goliaths
Strozzi, Bernardo
Gemäldegalerie Alte Meister
Zum Seitenanfang