Der Zinsgroschen

Tizian (1477-1576) | Maler
Der Evangelist Matthäus berichtet, wie die Pharisäer Christus eine Falle zu stellen versuchten. Auf die Fangfrage, ob es rechtens sei, dem Kaiser in Rom Steuern zu zahlen, ließ sich Jesus eine Münze zeigen. Er deutete auf das Porträt des Herrschers und antwortete: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Matthäus 22, Vers 21). Geschickt hatte Christus mit dieser Replik vermeiden, sich als einseitiger Parteigänger entweder der jüdischen Bevölkerung oder der römischen Besatzungsmacht angreifbar zu machen. Tizian bündelt die ganze Geschichte in einem einzigen Kontrast: Links die schöne Gestalt des Gottessohns, rechts die verwachsene Figur des Pharisäers. In der gelassenen Drehung, mit der sich Christus zu dem ihn Bedrängenden wendet, kommt seine Souveranität sinnfällig zum Ausdruck. Tizian schuf dieses Frühwerk für den Herzog von Ferrara, Alfonso I. d'Este. Wahrscheinlich war die Tafel für die Tür eines Kabinettschranks bestimmt, in dem der Herzog seine berühmte Münz- und Medaillensammlung aufbewahrte. Er hatte die Geschichte des Zinsgroschens schon 1505 als Devise für eine Münzprägung gewählt, um auf das Mittel der Diplomatie zu verweisen, mit dem er seinem kleinen Herzogtum die Unabhängigkeit bewahrte. Das Gemälde gehört zu den hundert Meisterwerken, die August III. 1745/46 aus der herzoglichen Galerie in Modena erwarb.
Material und Technik
Abmessungen
75 x 56 cm
Datum
Inventarnummer
Gal.-Nr. 169
Reproduktionsrechte
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