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Ort, Datierung
Abmessungen
18,1 x 12,0 x 0,4 cm, 37 Seiten
Inventarnummer
248
Sammlung Otto Link, Leipzig.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Die Ohlendorf Schattenspiele. Herausgegeben von August Friedrich Velmede, Heinz Ohlendorf, Eugen Frieder Bartelmäs
Band 3
Junge Generation / Bild und Buch Verlag Berlin SW 68
Die honorarfreie Aufführung dieses Spieles ist nur in geschlossenem Kreise der HJ, des BDM und des DJ gestattet. Für öffentliche Vorstellungen von Berufsspielern ist das Aufführungsrecht durch den Verlag: Junge Generation, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, zu erwerben. Anfragen über Gastspiel-Vorstellungen der Ohlendorf-Schattenspiele sind zu richten an: Heinz Ohlendorf, Berlin-Wilmersdorf, Motzstr. 88. Die Figuren zu diesem Spiel entwarf Johanna Wolski.
Copyright 1934 by Junge Generation, Berlin SW 68 / Druck; Phönix. Illustrationsdruck und Verlag GmbH., Berlin SW 68
Justinus Kerner: Der Totengräber von Feldkirch, Berlin 1934 (= Die Ohlendorf Schattenspiele, 3).

Sammlung Otto Link, Leipzig.
Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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