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Johann Lewalter (Hg.): Das alte Puppenspiel Dr. Fausts Leben und Höllenfahrt. Aus Simrocks aufgezeichnetem Puppenspiel "Dr. Johannes Faust", verschiedenen vom Verfasser auf Jahrmärkten gesammelten Puppenspielen sowie aus eigenen Erinnerungen an Kaspertheatervorstellungen vom "Dr. Faust" zur Aufführung auf Kaspertheatern, Kassel 1919.

Lewalter, Johann (1862-1935) - Herausgeber Verlag von Karl Vietor (1837-) - Verlag Simrock, Karl (1802-1876) - Autor der Vorlage
Ort, Datierung
Abmessungen
18,6 x 12,1 x 0,4 cm, 54 S.
Inventarnummer
L 751
Sammlung Otto Link, Leipzig.

Im Vorwort berichtet der Herausgeber von dem persönlichen Erleben einer Faustaufführung auf der Leipziger Messe 1882 und seiner kleinen Sammlung von Faust-Handpuppenspielen der Bühnen Gustav Koy (Woldemar Stephani), O. Seidel und Julius Kühn, die 1913 von Johannes Bolte veröffentlicht wurden.1919 wollte Lewalter eine Gesellschaft gründen, die seinen Text aufführen sollte.

Notiz Otto Link: "Nach einer Mitteilung des Puppenspielers Chevalier in Leipzig hat er auf Veranlassung von Joh. Lewalter das Spiel in Kassel gelegentlich einer Ausstellung? mit Hilfe von höheren Schülern mehrfach gespielt. (Frühjahr 1926)"
Otto Link scheint das Spiel gekürzt und selbst aufgeführt zu haben.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Das alte Puppenspiel Dr. Fausts Leben und Höllenfahrt. Aus Simrocks aufgezeichnetem Puppenspiel "Dr. Johannes Faust", verschiedenen vom Verfasser auf Jahrmärkten gesammelten Puppenspielen sowie aus eigenen Erinnerungen an Kaspertheatervorstellungen vom "Dr. Faust" zur Aufführung auf Kaspertheatern bearbeitet und herausgegeben von Johann Lewalter. 1. bis 3. Tausend. Verlag von Karl Vietor in Kassel.

Meinem lieben Freunde Wilhelm Führer Bürgermeister in Harleshausen bei Kassel, dem treuen Verfechter und Förderer deutscher Volkskunde zu eigen.

Das Aufführungsrecht für das Haus, geschlossene Gesellschaften und Vereine ist frei, dagegen bedarf das Recht für Aufführungen in der Öffentlichkeit ausschließlich der Bewilligung des Verfassers.
Johann Lewalter: Das alte Puppenspiel Dr. Fausts Leben und Höllenfahrt. Aus Simrocks aufgezeichnetem Puppenspiel "Dr. Johannes Faust", verschiedenen vom Verfasser auf Jahrmärkten gesammelten Puppenspielen sowie aus eigenen Erinnerungen an Kaspertheatervorstellungen vom "Dr. Faust" zur Aufführung auf Kaspertheatern, Kassel 1919.

Sammlung Otto Link, Leipzig.
Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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