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Setzkompass ("Prunkkompass")

unbekannt - Hersteller
Ort, Datierung
Abmessungen
Kompassdurchmesser = 3,2 cm ; Höhe = 3,5 cm; Gesamtdurchmesser = 17,6 cm
Inventarnummer
C IV 2
Der vergoldete Setzkompass aus dem Jahre 1561 gehört zu den frühesten und kostbarsten wissenschaftlichen Instrumenten der Dresdner Kunstkammer. Das vorliegende Instrument war nicht zum täglichen Gebrauch gedacht, sondern wurde zu Repräsentationszwecken hergestellt. Der Tradition der Kompassteilung im sächsischen Bergbau folgend, wurde die Winkelteilung in Stunden vorgenommen. Dabei hat man den Vollkreis in 2 x 12 Stunden und jede Stunde in 4 ¼ Stunden unterteilt. Zusätzlich zum inneren Ziffernring gibt es außen nochmals eine Winkelteilung in 24 Stunden. Eine zwischen den Winkelskalen vorhandene Wachsrille dient zur Markierung der gemessenen Winkel. Damit ist der Kompass eindeutig als Bergbaukompass determiniert. Der eigentliche Kompass befindet sich im Zentrum der Scheibe. Dort sind auch die vier Himmelsrichtungen mit den Bezeichnungen „S“ = septentrio = Norden, „OR“ = oriens = Osten, „M“ = meridies = Süden, „OC“ = occidens = Westen ablesbar. Der Kompass ist nicht nur als Bergbaukompass ausgewiesen, sondern spiegelt auch alchimistisch astrologische Weltanschauungen wieder. Dazu gehören die Darstellungen der sieben Planeten (einschließlich Sonne und Mond) und der zwölf Tierkreiszeichen. Nach den alten Lehren der Alchemie entstanden die Metalle aus den vier Elementen (Feuer, Erde, Wasser und Luft) unter Einwirkung der Planetenstrahlen. So sind auch auf dem Kompass den Planeten die Metalle und die astrologischen Häuser mit den entsprechenden Symbolen zugeordnet, z. B. Sonne - GOLT - Löwe. Auf dem vergoldeten Deckel wiederholt sich das Planetenmotiv. Allerdings werden hier jedem Planeten sowohl ein Tag- als auch ein Nachthaus zugeordnet, ausgenommen Sonne und Mond die nur ein Tag- bzw. Taghaus besitzen. Im Innenkreis der Planeten befindet sich eine Sonnenuhr. Auf der Innenseite des Deckels wurden die Jahreszahl „1561“ und das kursächsische Wappen eingraviert. (Wolfram Dolz)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Signatur: kursächsisches Wappen darüber "1561" (im Deckel)
Creditline
Mathematisch-Physikalischer Salon, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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