Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
9 x 21 x 12,5 cm
Inventarnummer
G 844
Als Tochter eines Seiffener Spielzeugmachers war Auguste Müllers Leben vorgezeichnet. Eine Berufsausbildung kam für das Mädchen nicht in Frage. Sie produzierte Holzspielzeug in der heimischen Stube. Aus der Enge dieser familiären Produktionsgemeinschaft konnte sich die junge Frau nicht lösen. Eine Verlobung führte nicht zur Hochzeit, ihre Gesundheit war nicht die beste. Müller blieb unverheiratet und kinderlos, sie starb 1930 in Seiffen.
Gerade diese Lebensumstände in Armut und Bescheidenheit machten Auguste Müller für den Museumsgründer Oskar Seyffert zur Idealfigur der Volkskunst. Anlässlich ihres 80. Geburtstages pries er die Frau aus dem Erzgebirge als „Volkskünstlerin in des Wortes wahrster Bedeutung“. Er rühmte die „rührende Schlichtheit“ ihres Lebens und sah in Auguste Müllers Werken „jene Kunst ohne Kunst, deren Grundzug die Schönheit der Unschuld ist“.
Es waren nicht die massenhaft hergestellten Figuren, die sie bekannt machten, sondern ihre nach Feierabend geschnitzten, individuell gestalteten kleinen Alltags-Szenen. Die Figuren entwickelten ihre Lebendigkeit durch in Mundart geschriebene Dialoge oder Kommentare unter der Bodenplatte. Die Szenen beschrieben und kommentierten dörfliche Alltäglichkeiten oder, wie in diesem Fall, die beunruhigend rasante Art individueller Fortbewegung; Sprache und Rechtschreibung waren dabei so individuell wie ihre Figuren.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
N. 344
Und man kann es wohlbedenken, wenn Menschenleben so rasch zu ihren Tode kommen daß kann nun Niemand gleich ändern, es muß nun alles auch so schnell kommen; Alle fahren doch mit den Kraft Auto zu Fuß geht es nicht mehr hallo verfertg., v. A. Müller i Seiffen 1927
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