Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer Gal.-Nr. 413
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
127 x 175 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 413
Tourniers Gemälde behandelt eine in der Bibel überlieferte Erzählung: Nachdem Jesus verhaftet und zum Verhör vor den Hohepriester gebracht worden war, folgte ihm Petrus und setzte sich im Hof von dessen Palast zu den Dienern ans Feuer. Als ihn eine Magd bezichtigte, zum Gefolge Jesu zu gehören, stritt er die Anschuldigung ab, um sich selbst zu retten. Tourniers Bild zeigt das Geschehen auf dem Höhepunkt: Ungefähr im Bildzentrum positioniert, spricht Petrus gerade die Verleugnung aus. Die linke Hand hat er zum Schwur erhoben und die andere beteuernd auf die Brust gelegt. Links weist die Magd einen heraneilenden Soldaten auf Petrus hin. Zwei junge Männer, einer schlafend zusammengesunken, während der andere Petrus mit aufgerissenen Augen und drohend erhobenem Zeigefinger fixiert, schließen das Bild rechts ab. Die Einkreisung des Apostels durch die anderen Figuren erzeugt eine spannungsvolle Atmosphäre. Dazu trägt auch die Lichtführung bei. Schlaglichtartig erhellt, treten die Figuren aus dem dunklen Hintergrund hervor. Auf ihren Gesichtern spiegeln sich die momentanen Emotionen. Hinzu kommt ein begrenzter Bildausschnitt, der die Figuren dicht an den Betrachter heranholt. Durch diese dramatische Inszenierung sowie die naturalistische Darstellungsweise und die expressive Sprache von Mimik und Gestik gewinnt das Gemälde große Eindringlichkeit. So fühlt sich der Betrachter aufgefordert, die Zwangslage Petri nachzuempfinden: Von allen Seiten bedrängt, muss dieser zwischen seinem Leben und der Glaubenstreue zu Christus wählen, die zugleich den eigenen Tod bedeutet. Wie „Die Wachstube“ (Gal.-Nr. 411) zeugt auch Tourniers „Verleugnung Petri“ von dem Einfluss Caravaggios, mit dessen Werken sich Tournier während seines Aufenthalts in Rom 1619–26 auseinandersetzte. Von dem zeitgenössisch beliebten Thema existieren mehrere Varianten.
Caravaggio. Das Menschliche und das Göttliche, Ausst.-Kat. Dresden 2020, Gemäldegalerie Alte Meister, hg. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Stephan Koja und Iris Yvonne Wagner, Dresden 2020, Abb. S. 81
Creditline
Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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