Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
80 x 130 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 385
Pietro Francesco Cittadini gehört zu den profiliertesten Stilllebenmalern in Bologna Mitte des 17. Jahrhunderts. Seit 1945 zählte das Jagdstillleben, das stilitisch um 1650 datiert werden kann, zu den Kriegsverlusten. Im August 2018 überreichte es der Ministerpräsident Georgiens, Mamuka Bachtadse, Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines Staatsbesuchs in Tiflis. Die Rückführung erfolgte 2019 mit Unterstützung der Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V.

Das Bild zeigt ein tischartiges Felsplateau in einer steinernen Grotte, links ist eine weite bergige Landschaft zu sehen. In der Mitte der Szenerie liegt ein ausgeweideter Hase, rings herum ist eine Vielzahl an unterschiedlichem Wildgeflügel platziert. Die Identifizierung der Vögel ist Markus Ritz zu verdanken (erster Vorsitzender des Vereins Sächsischer Ornitologen e. V., 2019). Vorne rechts auf dem Felsplateau, unmittelbar neben dem Kopf des Hasen, liegt ein Steinhuhn mit den typischen gelben Federn an der Unterseite. Unmittelbar darüber befindet sich ein Rebhuhn (Jungvogel?). Dahinter im Halbschatten erstreckt sich über zwei Drittel der Bildbreite der große Kadaver einer Rohrdommel. Auf der anderen Seite des Hasen ist ein schwarz gefiedertes Birkhuhn platziert, mit dem für Männchen charakteristischen roten halbmondartigen Fleck um das Auge. Der auf seinem Rumpf liegende Kopf gehört zu dem rostbraun gefärbten weiblichen Birkhuhn. Bei der am vorderen Bildrand aufgereihten Vogelschaar handelt es sich links um einen Kiebitz, der mit zwei Wachteln gruppiert ist, rechts daneben eine Dreiergruppe von Finken (wohl ein Grün-, Buch- und Bergfink von links nach rechts). Ganz links am Bildrand, hinter den beiden Birkhühnern, liegt ein langschnäbeliger Vogel auf dem Rücken, der wohl zur Ordnung der Limikolen (Regenpfeiferartige) gehört. Auf ihm liegt ein braungefiedertes Amselweibchen. Ritz datiert das Zusammensein dieser Vögel auf das Frühjahr am südlichen Alpenrand. (Andreas Henning)
Literatur
Carina Merseburger: Pietro Francesco Cittadinis "Stillleben mit einem Hasen". Die Rückkehr eines Dresdner Kriegsverlusts, in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Birgit Dalbajewa, Andreas Dehmer, Konstanze Krüger, Uta Neidhardt und Christoph Schölzel (Hg.): Die Macht der Malkunst. Beiträge aus Werkstatt und Wissenschaft zu Ehren von Marlies Giebe, Dresden 2020, S. S. 38–39.
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