Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer A 1138

Wiege

Abmessungen
73,3 x 82,8 x L 108 cm
Inventarnummer
A 1138
Sicher ist sicher: Diese Wiege ist an ihren langen Seiten über dem eigentlichen Korpus hinaus mit durchbrochenen Brettern erhöht, die verhindern, dass das schon etwas größere Kind seitlich aus dem Bett fallen kann. Das Bodenbrett unter der Matratze weist zudem mehrere, auf die Mitte des Brettes zulaufende Rinnen auf, die in ein Loch münden. Flüssigkeiten konnten so diskret nach unten abgeleitet und unter der Wiege aufgefangen werden.

Fast zwei Jahrhunderte befand sich diese Wiege in Familienbesitz. Sie war ursprünglich ein Patengeschenk und wurde 1825 von Christian Friedrich Wünsche (C.F.W.), einem Weber, für sein Patenkind gefertigt oder von ihm anlässlich der Geburt seiner Patentochter Johanna Christiane Bitterlich in Auftrag gegeben, was wahrscheinlicher ist.

Von 1825 bis 2007 diente die Wiege über sieben Generationen hinweg als Schlafstatt für die Neugeborenen der Familie. Nicht alle Familienmitglieder schliefen in diesem Möbel, die genaue Anzahl kann heute nicht mehr ermittelt werden. Das Schlafmöbel wechselte im Lauf der Zeit von einem zum anderen und wanderte von Ebersbach über Klaffenbach, Schwepnitz, Fördergersdorf, Werda (Vogtland), Tharandt, Dresden, Westewitz (Hochweitzschen), Greifswald, Brandenburg an der Havel, Ribnitz-Damgarten bis nach Heidelberg (Baden-Württemberg). Nachweislich in Benutzung war sie in Ebersbach, Klaffenbach, Fördergersdorf, Dresden, Greifswald und Heidelberg; das letzte Kind der Familie lag 2007 in der Wiege.
Erst 2022 beschloss die Familie, sich von dem in die Jahre gekommenen Stück zu trennen und schenkte es dem Museum im darauf folgenden Jahr. Die Wiege stand bis zu diesem Zeitpunkt an ihrer letzten Station in Willich bei Düsseldorf, ohne dort jedoch genutzt zu werden.

Eine Anekdote besagt, dass Oskar Seyffert, der Gründer des Museums für Sächsische Volkskunst, sich in den 1930er Jahren bereits für das Mobiliar der Familie (damals war die Wiege in Besitz von Pfarrer Johannes Martin Grube) interessierte, als er an dessen Pfarrhaus in Schwepnitz oder Klaffenbach wandte. Seyffert wollte das komplette Ensemble - nicht nur die Wiege - für das Museum für Sächsische Volkskunst übernehmen. Der Handel kam jedoch nicht zustande.
Die Wiege hätte also schon rund einhundert Jahre früher den Weg in unser Museum finden können, doch ob sie den Krieg überlebt hätte, ist ungewiss. Die Geschichte dieses Objekts wäre heute jedoch nicht so reich an Daten, Orten und Menschen.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
[Monogramm:] C.F.W.
1825
Reproduktion
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