Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer G 3146
Um 1900 kultivierte man angesichts zunehmender Verstädterung, gesellschaftlicher Veränderung und wachsender Migration den Blick zurück in ‚bessere Zeiten‘. Zeitgleich etablierten sich das Konzept der Volkskunst ebenso wie das Gebiet der Heimatforschung und des Heimatschutzes. Heimat betrachtete man nun als schützenswertes Gut, das es zu bewahren galt.
Nichts verkörperte diese verloren geglaubte Heimat besser als das Dorf - als Inbegriff der intakten Welt, die es nun zu schützen galt. Ziel vieler Heimatbewegter war es, bei Kindern „Heimatliebe und Sinn für die wahre schlichte Kunstauffassung unserer Väter“ zu fördern. Dies war die Zeit des "Heimat-Spielzeugs" in Miniaturform, meist gefertigt im Erzgebirge.

Dieser Ansatz heimatlichen Spielzeugs traf bei konservativen und großstädtisch-bürgerlichen Kreisen einen Nerv. In Zeiten rasanten Wandels war die Sehnsucht nach einfachen, überschaubaren Strukturen, nach dem vermeintlich immer schon Dagewesenen, ausgeprägt. Hinzu kam die Krise des Spielzeug produzierenden Gewerbes in Sachsen, der man entgegenwirken wollte.

Kindern sollte zum einen mithilfe des Miniaturspielzeugs das Funktionieren der vorindustriellen, dörflichen Lebenswelt vermittelt werden. Zum anderen bildete das Dorf als übersichtliche Kleinwelt mit seinem charakteristischen, doch überschaubaren Ensemble aus heimatlichen Gebäuden, Fahrzeugen und Figuren eine ideale, rückwärtsgewandte Projektionsfläche des städtischen Bürgertums.
Creditline
Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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