Ort, Datierung
Abmessungen
51,5 x 61 x 9 cm
Inventarnummer
A 6980,125
Erworben mit Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V. –
Die Geschichte der Puppenspielerfamilie Ritscher lässt sich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Der Theatergehilfe Ernst Ritscher (1853-1943) heiratete in die älteste Puppenspielerfamilie Sachsens, Listner-Lippold, ein. Als Familiensitz wählte er Bielatal in der Sächsischen Schweiz. Sein Enkelsohn Walter (1905-1963) gründete nach der Hochzeit mit Martha Großmann (1906-1986) im Jahre 1932 eine eigene Marionettenbühne, die hauptsächlich im Elbtal und der Lausitz reiste. Da keine familieneigene Bühne zur Verfügung stand, musste er sich alles selbst anfertigen. Er schrieb die Texte, malte die Kulissen und Versatzstücke und fertigte die Bühne, die Marionettenkörper und die Requisiten an. Die Kostüme nähte alle seine Frau Martha. Die Hände und Köpfe der Marionetten wurden bei guten Schnitzern in Auftrag gegeben. Das Theater überstand die Verbotswellen der 1950er Jahre mit nur wenigen Modernisierungen in der Lausitz. Nach Walters Tod übernahm sein Sohn Roland (1931-2005) die Bühne und wurde Lizenzträger. Als die Bühne ab 1981 wieder in das Elbtal kam, wurde die Öffentlichkeit auf diese aufmerksam. Es entstanden zwei Film- und eine Fotodokumentation. Das Publikum war von der traditionellen Spielweise der Bühne begeistert. Mit dem Tod von Martha wurde der Spielbetrieb 1986 eingestellt. Roland Ritscher zeigte noch einige Jahre sein Marionettenvarieté, bevor er auch dieses aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Roland Ritscher gab das Theater 2003 vollständig in die Puppentheatersammlung.
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