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Große Musik- und Tanzaufführung für den Mogulherrscher Muhammad Akbar II

Abmessungen
gesamt: H. 9,9 cm B. 30,1 cm, T. 22,6
Inventarnummer
26431
Das kulturelle Leben Indiens erlebte in der Zeit des politischen Niedergangs -dem Abendrot vergleichbar- eine letzte Blüte: Im Umfeld der Fürstenhöfe entfaltete sich eine rege Bautätigkeit; an den Höfen wurden extravagante Moden getragen; Buch- und Wandmalerei erlebten einen Aufschwung; es entwickelten sich neue Musik- und Instrumentenformen; der Tanz mit seinen umworbenen Künstlerinnen wurde zur Meisterschaft geführt; Dichterwettbewerbe wurden in den Sprachen Persisch und Urdu einem persisch und arabisch durchsetzten Hindustani ausgetragen. Die großen Zentren dieser Bestrebungen waren der Hof des Nawabs von Lakhnau und der Mogulhof in Delhi, in den diese Figurengruppe entführt: Innerhalb der durchbrochenen Balustrade eines ovalen
Podestes mit stilisierten Löwenfüßen sitzt zentral, auf dem erhöhten Thronsessel, der vorletzte, und kunstliebende Mogulherrscher Muhammad Akbar Shah II. Er hält den Schlauch einer großen hinter ihm stehenden Wasserpfeife ("huqqa").
Er wendet sich einem Teilnehmer der Veranstaltung zu. Die Pfauenfederwedel-Träger, die auf Zeremonialstäbe gestützten Kammerherren und übrigen Besucher stehen entlang dem
Rand des Ovals. Gegenüber dem Herrscher geben sechs Unterhaltungskünstler ihre Vorstellung. Der Tänzer gleichzeitig auch Sänger bewegt sich mit kleinen Schritten kaum von der Stelle und hat die Linke in graziöser Haltung erhoben. Zwischen Trommler und Sarangispieler ahmt ein Knabe die Bewegungen seines Vorbildes nach. Der weißbärtige alte Mann, der Meister ("ustad") der Gruppe, war in seiner Jugend selber Tänzer und Sänger. Die feine Bemalung der Gesichter spiegelt die heitere, intime Stimmung des Anlasses wieder, fernab vom steifen Zeremoniell der öffentlichen Audienzen.

(Roland Steffan)

Provenienz: Schenkung Mary Adelaide Yates, London, 1898 / Überwiesen vom Kgl.-Sächs. Ministerium des Innern 1900.
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