Kanne in Phönix-Gestalt

Abmessungen
H. 28,5 cm, D. 14 cm
Inventarnummer
PO 3478
Exquisites chinesisches Porzellan war bereits mehr als hundert Jahre vor August dem Starken (1670 – 1733) nach Dresden gelangt. Im Jahre 1590 machte der Großherzog der Toskana, Ferdinando I. de‘ Medici (1549 – 1609), dem Dresdner Hof unter Christian I. von Sachsen (1560 – 1591) ein Geschenk von vierzehn chinesischen Porzellanen; acht davon haben sich bis heute in der Dresdner Porzellansammlung erhalten. Das spektakulärste unter diesen Geschenken ist die Kanne in Phönixform. Die Florentiner Packliste spricht von „Un bochaletto di porcellana de l’Indie a modo di Dragho, dorato e dipinto, e turchino“. Das die Form hier nicht als Phönix, sondern Drache bezeichnet wird, kann auf die mangelnde Vertrautheit mit chinesischer Mythologie zurückgeführt werden. Auch in dem Dresdner Inventar von 1595 wurde dieser Irrtum übernommen. Wegen der Schwierigkeiten beim Brennen sind die Beine des Phönix-Vogels in einen Sockel eingearbeitet. Er ist mit einem Relief geprägt, welches Berge und Wolken assoziiert. Der Schnabel dient als Ausguss, der Henkel ist in der Form eines Astes gearbeitet. Die Farben auf „émail sur biscuit“ sind leuchtendes Grün, Türkis und Aubergine. Kopf und Hals des Vogels sind gelb bemalt. Deutlich zu sehen sind Reste einer Vergoldung, die jedoch auf den grün und türkis bemalten Partien fehlt. Wie die Einträge in den alten Inventaren bestätigt, war wohl der gesamte gelb bemalte Bereich vergoldet. Am Hals des Vogels sind deutlich sichtbare Spuren der Klebung eines Bruches. Es handelt sich dabei um eine Restaurierung historischen Charakters. Im Kunstkammer-Inventar von 1619 findet sich der Eintrag "Ist zerbrochen und geleimet". Die Phönixkanne im Taft Museum Cincinnati ist wahrscheinlich das einzige Vergleichsstück. Sie ist mit einer Silbermontierung versehen, die dem Nürnberger Goldschmied Friedrich Hillebrand, der Ende des 16. Jahrhunderts tätig war, zugeschrieben wird. (Aus: Giambologna in Dresden, Die Geschenke der Medici. Dresden 2006, S. 106 - 107)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
ohne
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