Sammlungskonvolute

Viele unserer Objekte und Werke sind durch verschiedene Aspekte miteinander verbunden. Erkunden Sie hier einige unserer interessanten Konvolute.

Sammlung Gustav und Charlotte von Klemperer

Gustav und Charlotte von Klemperer trugen die wohl bedeutendste Privatsammlung historischer Meissener Porzellane zusammen. Die jüdische Familie war 1938 gezwungen, Deutschland zu verlassen und ihr Kunstbesitz wurde beschlagnahmt. 1991 und 2010 erfolgte die Restitution. Ein Teil der Stücke verblieb als großzügiges Geschenk bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die Familie von Klemperer im Hause von Gustav und Charlotte von Klemperer in der Wiener Straße 25 in Dresden, um 1913. Wir danken der Familie von Klemperer für die freundliche Nutzungsgenehmigung der fotografischen Aufnahme.

Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719)

Am 13. März 2019 jährt sich der Todestag des genialen Alchemisten zum 300. Mal. Gemeinsam mit dem sächsischen Gelehrten Walther von Tschirnhaus gelang ihm die Nacherfindung des chinesischen Steinzeugs und Porzellans. Die frühesten Erzeugnisse der Meissener Manufaktur stellten vor mehr als 300 Jahren eine echte Sensation dar. Die zahlreichen Beispiele der Dresdner Porzellansammlung führen den Einfallsreichtum in der Gestaltung und Veredelung der bahnbrechenden neuen Materialien vor Augen.

Johann Friedrich Böttger (1682 – 1719)

Stiftung Günther und Annemarie Gercken

Das Ehepaar Gercken sammelt seit den 1950er Jahren zeitgenössische Grafik, Gemälde und Skulpturen. Ein Teil ihrer Sammlung wurde 2016 in eine Stiftung überführt, die bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beheimatet ist. Zur Stiftung gehören derzeit 32 Gemälde und mehr als 250 Grafiken von Künstlern wie Georg Baselitz, Horst Antes, Markus Lüpertz, Armando, Felix Droese, Antonius Höckelmann, Per Kirkeby, Gustav Kluge, York der Knoefel, Carsten Nicolai, Werner Büttner, A. R. Penck, Dieter Roth, Frank Nitsche, Thomas Scheibitz oder Valérie Favre.

Georg Baselitz, Ländlicher Realismus, Schema und Illustration, 1968, Öl auf Leinwand, GNM, Leih-Nr. L 429

Kunstbesitz. Kunstverlust

Kunstwerke können auf die verschiedenste Art ihren Besitzer wechseln: durch Verkauf, durch Schenkung, durch Beschlagnahmung, durch Raub – oder durch Restitution. Bis heute besitzen Fragen nach Besitz und Herkunft von Kunstwerken eine politische, rechtliche, moralische und emotionale Dimension. Die Sonderausstellung „Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft“ (16.11.2018–25.3.2019) gab an verschiedenen Stationen im Residenzschloss, der Porzellansammlung, der Gemäldegalerie Alte Meister und im Albertinum Einblicke in die Arbeit der Provenienzforscher*innen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Kunstbesitz. Kunstverlust

Kunst aus der DDR im Albertinum

Insgesamt umfasst die Sammlung im Albertinum rund 800 Gemälde und knapp 300 Skulpturen aus der Zeit der DDR. Dieser Bestand zeichnet sich durch eine große stilistische Vielfalt aus, es finden sich Werke von Künstler*innen aus den großen Kunstzentren Dresden, Leipzig und Berlin, aber auch aus anderen Regionen wie Weimar, Halle und Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Werke von Karl-Heinz Adler, Rudolf Bergander, Wieland Förster, Hubertus Giebe, Hermann Glöckner, Peter Graf, Helmut Heinze, Werner Stötzer, Strawalde, Christine Schlegel, Angela Hampel, Peter Herrmann, Wolfgang Mattheuer, Theodor Rosenhauer, Werner Tübke und vielen mehr zeigen das reiche künstlerische Spektrum in Malerei und Skulptur.

Kunst aus der DDR

Künstlerisches Puppentheater (erste Hälfte 20. Jahrhundert)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen sich Künstler wie der Grafiker Ivo Puhonny in Baden-Baden, der Regisseur Paul Brann in München und der Architekt Carlo Böcklin in Florenz mit dem Puppentheater zu beschäftigen. Zwischen den beiden Weltkriegen entstanden zahlreiche Handpuppen- und Marionettenbühnen, die neue Inhalte und Gestaltungen in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellten. Die Spannbreite bewegte sich dabei zwischen Kunsthandwerk und Experiment.

Künstlerisches Puppentheater

Druckgrafik – vervielfältigt und doch einmalig

Abdrucke von derselben Platte können sehr unterschiedlich aussehen. So spielt es eine Rolle, ob die verwendete Druckplatte gut erhalten oder abgenutzt war. Ebenso kennt man Drucke, die verschiedene Bearbeitungsstadien einer Platte wiedergeben. Besonderen Reiz besitzen Farbvarianten, etwa bei Clairobscur-Holzschnitten. Hercules Segers wiederum hat seine Radierungen oft von Hand überarbeitet und schuf auf diese Weise faszinierende Unikate.

Druckgrafik

Die Sammlung Rudolf Weigang

Die Eigentümer der Villa, Rudolf und Dorothea Weigang, flohen 1945 vor der sowjetischen Besatzungsmacht aus Dresden, wobei ein Gutteil der Einrichtung zurück blieb. Nachdem die Villa einige Zeit von Offizieren der Roten Armee bewohnt gewesen war, überwies die Dresdner Stadtverwaltung 1948 ein Konvolut von 48 Objekten, neben Gemälden auch Porzellane und Keramikkrüge, an die Staatlichen Kunstsammlungen.

Die Sammlung Rudolf Weigang in Dresden

Papierschnitte aus China

Papierschnitte sind in China lebendiger Ausdruck des volkskünstlerischen Schaffens, das sich seit den 50er Jahren des 20. Jh. zunehmender Beliebtheit erfreute und in dieser Zeit von einer weitgehend unbeachteten familiären Beschäftigung in den Rang eines anerkannten und geschätzten Zweiges des chinesischen Kunsthandwerkes aufstieg. Das Museum für Völkerkunde Dresden ist im Besitz einer ca. 400 Beispiele umfassenden Sammlung von Papierschnitten (sowohl Scherenschnitte als auch Messerschnitte), die zwischen 1955 und 1963 erworben und dokumentiert wurden. Die Kollektion gibt Aufschlüsse über inhaltlich-thematische, formal-ästhetische sowie soziologische Aspekte, aber auch über Autorenschaft und regionale Besonderheiten.

Papierschnitte aus China
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