Sammlungskonvolute

Viele unserer Objekte und Werke sind durch verschiedene Aspekte miteinander verbunden. Erkunden Sie hier einige unserer interessanten Konvolute.

Objekte aus dem Königreich Benin

Die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) verfügen über eine der größten Sammlungen aus dem ehemaligen Königreich Benin im heutigen Nigeria. Die hier online einsehbaren 263 Objekte gehen größtenteils auf die gewaltsame Eroberung und Plünderung des Königspalastes durch britische Soldaten im Jahr 1897 zurück. Über den britischen Ethnografikahändler William Downing Webster wurden sie an Mäzene wie Arthur Baessler und Hans Meyer verkauft und gelangten so in die Sammlungen der SES. Die Benin-Sammlung der SES ist zu einem Symbol kolonialer Inbesitznahme geworden. Die SES haben mit dem SMWK die Erklärung zum Umgang mit den Benin-Bronzen in deutschen Museen vom 29. April unterzeichnet.

Objekte aus dem Königreich Benin

Erwerbungen aus der Internationalen Kunstausstellung Dresden 1926

Die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926 zeigte mehr als 800 Gemälde und knapp 190 Skulpturen, Werke von etwa 460 Künstler*innen aus 20 Ländern, im städtischen Ausstellungspalast (Die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926). Unter der künstlerischen Leitung von Hans Posse bot sie einen Überblick über den neuesten Stand der Künste in Europa sowie den USA und nahm als einzige in dieser Art kuratierte internationale Kunstschau in der Weimarer Republik eine Ausnahmestellung ein. Einige der Exponate wurden für Dresden erworben und befinden sich heute im Bestand des Albertinum.

Die Internationale Kunstausstellung Dresden 1926

Die Miniaturen der Sammlung Preuß

1843 kamen 49 Miniaturen als Stiftung von Friedrich Heinrich Wilhelm von Preuß zu den Dresdner Sammlungen. Preuß (1782–um 1863) war Ober-Zeremonienmeister, Kammerherr und Geheimrat am Königlich-Sächsischen Hof. Das heute noch vollständig erhaltene Konvolut (Gal.-Nr. M 84–M 132) zeigt neben vier Päpsten Porträts von Kaisern und König*innen vom späten Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert. Vorbilder waren meist sehr bekannte Gemälde, aber auch Bildnisse auf Tabaksdosen und Kupferstiche. Die Miniaturen sind auf ovale Elfenbeintäfelchen von ähnlichem Format gemalt. Nicht alle Maler sind identifiziert, einige stammen von dem „geschickten Dilettanten“ Ernst Christian Weser. Erhalten haben sich zudem die elf noch von Preuß stammenden Tableaus, auf denen jeweils vier bzw. fünf Miniaturen arrangiert sind.

Die Miniaturen der Sammlung Preuß

Fantastische TierWelten

Ob Pokémon, die Phantastischen Tierwesen J.K. Rowlings oder der aus Kinderbüchern bekannte Grüffelo. Viele dieser seltsamen Wesen die uns aus Büchern, Filmen und Computerspielen vertraut sind, entstammen uralten Legenden und religiösen Überlieferungen. Die Sonderausstellung im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig begibt sich weltweit auf eine Reise zu den Vorbildern jener geheimnisvollen Tiere und Mischwesen die in unserer heutigen Popkultur eine neue Heimat gefunden haben. Damit schlägt sie eine Brücke zwischen den musealen Artefakten und der Welt der Manga, Computerspiele und tierischen Actionhelden von heute.

Fantastische TierWelten

Szenen des Lebens. Ein japanischer Paravent und seine Geschichte/n

Vom pulsierenden Leben mit Theatervorstellungen und anderen Vergnügungen auf der Shijō-Straße in Kyoto erzählt ein Paravent des frühen 17. Jahrhunderts aus dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Er wurde 1882 vom Arzt Heinrich Botho Scheube aus Japan mitgebracht und befindet sich seit 1891 im Museum. Kürzlich restauriert, ist er Zentrum einer Sonderausstellung (bis 17.01.2021). Erschlossen wird nicht nur die handwerkliche Dimension der Restaurierung, sondern auch die kunst- und kulturhistorische Bedeutung dieses „byōbu“. In welchem Verhältnis stehen die auf ihm dargestellten „Szenen des Lebens“ zur materiellen Kultur und unseren heutigen Vorstellungen von Japan? Fragen wie diese werden anhand ausgewählter Objekte und Fotografien der SES-Sammlungen zur Diskussion gestellt.

Szenen des Lebens. Ein japanischer Paravent und seine Geschichte/n

Gesichter auf Glas. Frühe Porträtfotografie aus dem Südpazifik

Seit 1885 befindet sich eine bedeutende Fotokollektion im Leipziger Museum für Völkerkunde: 45 Porträts von Menschen aus Tahiti, Fidschi und Hawai’i. Entstanden in den 1860er Jahren im Unikatverfahren der Ambrotypie, geben sie nicht nur Einblick in die Medienhistorie, sondern erzählen im Changieren zwischen individuellem Porträt und ethnografischer „Typenaufnahme“ vom ambivalenten Verhältnis zwischen Fotografie und Ethnologie. Die Ambrotypien entstanden ursprünglich für das Museum Godeffroy im Hamburg, das 1861 vom Handelshaus Johann Cesar Godeffroy & Sohn gegründet wurde. Unter den Forschungsreisenden, die Material für die später aufgelöste naturkundlich-ethnologische Sammlung zusammentrugen, war auch der Naturforscher Andrew Garrett, der nach jetzigem Erkenntnisstand 28 dieser Bildnisse fertigte.

Gesichter auf Glas. Frühe Porträtfotografie aus dem Südpazifik

Böttgersaal im Zwinger

Der lichtdurchflutete Pavillon auf der Ebene des Zwingerumgangs, der dem berühmten Porzellanerfinder Johann Friedrich Böttger (1682–1719) gewidmet ist, kann als Herzstück der Dresdner Porzellansammlung gelten. Er ist den frühesten Erzeugnissen der Meissener Porzellanmanufaktur gewidmet, die vor mehr als 300 Jahren eine echte Sensation darstellten. In Sachsen war gelungen, was 250 Jahre lang vergeblich in ganz Europa versucht worden war: das Geheimnis um die Rezeptur des chinesischen roten Feinsteinzeugs und – vor allem – des ostasiatischen Porzellans zu lüften. Der Böttgersaal vermittelt eine Idee vom visionären Abenteuergeist und schier unerschöpflichen Einfallsreichtum, die zu den bahnbrechenden sächsischen Erfindungen führte, von denen bald ganz Europa sprach.

Böttgersaal im Zwinger

Johann Heinrich Köhler

Johann Heinrich Köhler (1669 – 1736) zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten um August den Starken. Bis heute steht er im Schatten des ungleich berühmteren Hofjuweliers Johann Melchior Dinglinger. Die enorme Spannbreite seines Schaffens umfasst nicht nur erlesene Perlfiguren und pretiöse Fassungen von Elfenbeinstatuetten, sondern auch einzigartige Prunkuhren und Juwelengarnituren. Im Zuge der Einrichtung des Grünen Gewölbes als barocke Schatzkammer war Köhler zudem für die Instandsetzung, Taxierung und Inventarisierung der Kunstwerke verantwortlich. Sein Umgang mit den historischen Objekten zeichnet sich durch einfühlsame Eingriffe aus und brachte geniale eigene Neuschöpfungen hervor. So braucht Köhlers Werk in vielerlei Hinsicht den Vergleich mit dem seines Konkurrenten Dinglinger nicht zu scheuen. Die gesicherten Arbeiten sind hier erstmals als Konvolut zusammengestellt.

Johann Heinrich Köhler

Rembrandts Strich

Das Dresdner Kupferstich-Kabinett lädt anlässlich von Rembrandts Strich dazu ein, die Werke der Ausstellung hier noch einmal „unter die Lupe“ zu nehmen und genau hinzusehen: Was ist das Charakteristische an Rembrandts Strich? Auffällig sind seine Lebendigkeit und Treffsicherheit sowie Spuren des Werkprozesses, die Licht-Schatten-Wirkung und das erzählerische Einfühlungsvermögen in den Zeichnungen und Druckgrafiken Rembrandts.

Rembrandts Strich

kultura.collection

Die SKD sind Partner des Verbundprojekts kultura.digital zur Entwicklung eines Webportals, mit dem Gegenwartskunst im deutsch-tschechischen Grenzraum (in diesem Konvolut einige Werke aus dem Albertinum) vernetzt wird. / Cílem tohoto projektu je vytvoření webového portálu, sloužícího k propojení současné umělecké scény v česko-německém příhraničí (v této kompilaci několik příkladů z Albertina). Das grenzübergreifende Projekt fördert die Europäische Union im Rahmen des sächsisch-tschechischen Kooperationsprogramms / Přeshraniční projekt je podpořen Evropskou unií v rámci česko-saského kooperačního programu „Interreg V A – 2014–2020“.

kultura.collection

Sammlung Gustav und Charlotte von Klemperer

Gustav und Charlotte von Klemperer trugen die wohl bedeutendste Privatsammlung historischer Meissener Porzellane zusammen. Die jüdische Familie war 1938 gezwungen, Deutschland zu verlassen und ihr Kunstbesitz wurde beschlagnahmt. 1991 und 2010 erfolgte die Restitution. Ein Teil der Stücke verblieb als großzügiges Geschenk bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Die Familie von Klemperer im Hause von Gustav und Charlotte von Klemperer in der Wiener Straße 25 in Dresden, um 1913. Wir danken der Familie von Klemperer für die freundliche Nutzungsgenehmigung der fotografischen Aufnahme.

Stiftung Günther und Annemarie Gercken

Das Ehepaar Gercken sammelt seit den 1950er Jahren zeitgenössische Grafik, Gemälde und Skulpturen. Ein Teil ihrer Sammlung wurde 2016 in eine Stiftung überführt, die bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beheimatet ist. Zur Stiftung gehören derzeit 32 Gemälde und mehr als 250 Grafiken von Künstlern wie Georg Baselitz, Horst Antes, Markus Lüpertz, Armando, Felix Droese, Antonius Höckelmann, Per Kirkeby, Gustav Kluge, York der Knoefel, Carsten Nicolai, Werner Büttner, A. R. Penck, Dieter Roth, Frank Nitsche, Thomas Scheibitz oder Valérie Favre.

Georg Baselitz, Ländlicher Realismus, Schema und Illustration, 1968, Öl auf Leinwand, GNM, Leih-Nr. L 429

Kunstbesitz. Kunstverlust

Kunstwerke können auf die verschiedenste Art ihren Besitzer wechseln: durch Verkauf, durch Schenkung, durch Beschlagnahmung, durch Raub – oder durch Restitution. Bis heute besitzen Fragen nach Besitz und Herkunft von Kunstwerken eine politische, rechtliche, moralische und emotionale Dimension. Die Sonderausstellung „Kunstbesitz. Kunstverlust. Objekte und ihre Herkunft“ (16.11.2018–25.3.2019) gab an verschiedenen Stationen im Residenzschloss, der Porzellansammlung, der Gemäldegalerie Alte Meister und im Albertinum Einblicke in die Arbeit der Provenienzforscher*innen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Kunstbesitz. Kunstverlust

Kunst aus der DDR im Albertinum

Insgesamt umfasst die Sammlung im Albertinum rund 800 Gemälde und knapp 300 Skulpturen aus der Zeit der DDR. Dieser Bestand zeichnet sich durch eine große stilistische Vielfalt aus, es finden sich Werke von Künstler*innen aus den großen Kunstzentren Dresden, Leipzig und Berlin, aber auch aus anderen Regionen wie Weimar, Halle und Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Werke von Karl-Heinz Adler, Rudolf Bergander, Wieland Förster, Hubertus Giebe, Hermann Glöckner, Peter Graf, Helmut Heinze, Werner Stötzer, Strawalde, Christine Schlegel, Angela Hampel, Peter Herrmann, Wolfgang Mattheuer, Theodor Rosenhauer, Werner Tübke und vielen mehr zeigen das reiche künstlerische Spektrum in Malerei und Skulptur.

Kunst aus der DDR

Künstlerisches Puppentheater (erste Hälfte 20. Jahrhundert)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen sich Künstler wie der Grafiker Ivo Puhonny in Baden-Baden, der Regisseur Paul Brann in München und der Architekt Carlo Böcklin in Florenz mit dem Puppentheater zu beschäftigen. Zwischen den beiden Weltkriegen entstanden zahlreiche Handpuppen- und Marionettenbühnen, die neue Inhalte und Gestaltungen in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellten. Die Spannbreite bewegte sich dabei zwischen Kunsthandwerk und Experiment.

Künstlerisches Puppentheater

Druckgrafik – vervielfältigt und doch einmalig

Abdrucke von derselben Platte können sehr unterschiedlich aussehen. So spielt es eine Rolle, ob die verwendete Druckplatte gut erhalten oder abgenutzt war. Ebenso kennt man Drucke, die verschiedene Bearbeitungsstadien einer Platte wiedergeben. Besonderen Reiz besitzen Farbvarianten, etwa bei Clairobscur-Holzschnitten. Hercules Segers wiederum hat seine Radierungen oft von Hand überarbeitet und schuf auf diese Weise faszinierende Unikate.

Druckgrafik

Die Sammlung Rudolf Weigang

Die Eigentümer der Villa, Rudolf und Dorothea Weigang, flohen 1945 vor der sowjetischen Besatzungsmacht aus Dresden, wobei ein Gutteil der Einrichtung zurück blieb. Nachdem die Villa einige Zeit von Offizieren der Roten Armee bewohnt gewesen war, überwies die Dresdner Stadtverwaltung 1948 ein Konvolut von 48 Objekten, neben Gemälden auch Porzellane und Keramikkrüge, an die Staatlichen Kunstsammlungen.

Die Sammlung Rudolf Weigang in Dresden

Papierschnitte aus China

Papierschnitte sind in China lebendiger Ausdruck des volkskünstlerischen Schaffens, das sich seit den 50er Jahren des 20. Jh. zunehmender Beliebtheit erfreute und in dieser Zeit von einer weitgehend unbeachteten familiären Beschäftigung in den Rang eines anerkannten und geschätzten Zweiges des chinesischen Kunsthandwerkes aufstieg. Das Museum für Völkerkunde Dresden ist im Besitz einer ca. 400 Beispiele umfassenden Sammlung von Papierschnitten (sowohl Scherenschnitte als auch Messerschnitte), die zwischen 1955 und 1963 erworben und dokumentiert wurden. Die Kollektion gibt Aufschlüsse über inhaltlich-thematische, formal-ästhetische sowie soziologische Aspekte, aber auch über Autorenschaft und regionale Besonderheiten.

Papierschnitte aus China
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