Ort, Datierung
Abmessungen
4,1 x 5,4 cm
Inventarnummer
VIII 105
Zu den festen Bestandteilen einer kompletten Juwelengarnitur gehörten die Schnallen. In ihrer gleichartigen Gestaltung wird der ordnende Charakter eines aufeinander abgestimmten Schmuckensembles des Spätbarocks deutlich. Es handelt sich generell um drei funktionsbedingte Typen: eine Hutschnalle, zwei Knieschnallen und zwei Schuhschnallen. Die relativ kleine Hutschnalle diente zur Befestigung der Hutschnur um den Hutkopf. Aufgrund der möglichen Sichtbarkeit war bei dem Verschluss der Hutschnalle auch das dem Doppelkorn gegenüberstehende Detailstück mit Ornament geschmückt. Mit Hilfe der Knieschnallen, die die zeitgenössische Bezeichnung Jarretier-Schnalle trugen, konnten die Bünde der Kniehose auf der gewünschten Höhe gehalten werden. Auf den Schuhen wurde eine etwas größere, zunächst kaum gewölbte Schnalle als Zierschnalle angebracht. Die vor 1719 geschaffenen Schnallen der verschiedenen Garnituren unterscheiden sich nur in der Anzahl des Steinbesatzes mit sechs oder acht mittelgroßen farbigen Edelsteinen. Jede Schnalle erhielt Edelsteine, die jeweils die Eck- und Mittelposition am Schnallensteg besetzten. Die farbigen Edelsteine saßen in einer goldenen Fassung, während die sie begleitenden Diamanten zur Steigerung ihrer Strahlkraft in Silber gefasst wurden. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kommt es zu individuellen Schnallenformen. Auch bei den Schnallen der Rubingarnitur werden die Probleme der Beschaffung ähnlicher Farbedelsteine zu Beginn des 18. Jahrhunderts deutlich. Während die hohen, in Silber gefassten, fast viereckigen Diamanten den klassischen Brillantschliff des 18. Jahrhunderts aufweisen, besitzen die flachen Balasrubine oder Spinelle unterschiedliche Umrissformen und verschiedene Facettenschliffe.
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