Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer C 1101
Ort, Datierung
Abmessungen
56,2 x 46,4 cm
Inventarnummer
C 1101
Sammlung Otto Link. - Werbezettel für eine Vorstellung des Zirkus von Didier Gautier am 27.03.1842 "in der Meitzenschen Reitbahn vor dem Schweidnitzer Thore. (Tauenzienstr. No. 4.)" in Breslau. Gezeigt werden: "Productionen in der höhern Reitkunst. Zum zweiten Male: Die Jagd der Diana ausgeführt von Herrn und Madame Bono und Carl Gautier. Le Saut d'Orisflammes, ausgeführt von Herrn Alexander Gautier. Der Araber und sein geliebtes Roß, ausgeführt von Herrn Carl Gautier. Dressirte Pferde: Das Sprüngpferd Bella und Schulpferd Laura. Zum zweiten Male: Große spanische Trampolin-Sprünge, ausgef. von den Hr. Jiuls, Alexander, August u. D. Gautier. [...] Zum zweiten Male: Der Renegat, oder: die schöne Georginerinn. Große historische Pantomime in 2 Akten, mit ganz neuen Kostüms, Dekorationen und Musik, arrangirt von Herrn Pietro Bono". Am unteren Rand ein Hinweis, dass am 27.3. (wurde durchgestrichen und auf 28. geändert) eine große Vorstellung mit Wettrennen stattfindet. Das Datum des Zettels lautete ursprünglich auf den 24. März, wurde dann aber durch einen nachträglich gedruckten Zettel überklebt.

Sammlung Otto Link, Leipzig.
Otto Link (1888-1959) stammte aus Bromberg in Westpreußen, einer deutschen Stadt, umgeben von polnisch bevölkerten Dörfern. Er war Katholik und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Als Lehrer in Dorfschulen setzte er sich mit den kulturellen Gegensätzen auseinander. Er konnte polnisch und verstand auch andere slawische Sprachen ein wenig. Als seine Heimat 1919 zu Polen kam, wurde er an eine Leipziger Schule versetzt. Hier entdeckte er das Puppenspiel für sich, zunächst als Laienspieler im schulischen und außerschulischen Rahmen, dann als Redakteur der Zeitschrift „Das Puppentheater“, schließlich als Sammler und Forscher. Als international vernetzter Demokrat und SPD-Mitglied wurde er 1933 gemaßregelt, behielt aber weiterhin Distanz zum NS-Regime. Nicht einmal dem NS-Lehrerbund trat er bei, was sehr ungewöhnlich war und seiner schulischen Kariere schadete. Er gab das Spielen auf und konzentrierte sich auf das Sammeln. Am 1. April 1935 begann er mit dem ersten Inventarbuch. Ohne zu werten, trug er Materialien mit nationalistischem, nazistischem, kommunistischem und demokratischem Hintergrund zusammen. 1945 wurde Otto Link als einer der wenigen unbelasteten Lehrer Schulleiter und verlor diesen Posten wieder, als er sich weigerte SED-Mitglied zu werden. 1952 übereignete er seine private Sammlung dem Land Sachsen und wurde bis zu seinem Tode erster Leiter der „Staatlichen Puppenspielsammlung Dresden“ (später Puppentheatersammlung). Nach 1945 führte Otto Link keinerlei „Bereinigungen“ seiner Sammlung aus politischen Gründen durch, da er der Überzeugung war, dass das Material der Wissenschaft unverfälscht zur Verfügung stehen muss. Kleinere Vernichtungsaktionen, Überklebungen und Ausradierungen gab es erst unter seinen Nachfolgern, die niemals eine Demokratie erlebt hatten. In Otto Links Tradition wird die Sammlung heute fortgeführt.

Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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