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Hinterglasbild: Al Buraq

uns nicht bekannt - Hersteller
Ort, Datierung
Abmessungen
32 x 48 cm
Inventarnummer
66674
Hinterglasmalerei im Tropenholzrahmen mit der Darstellung von "Al Buraq", einem Fabelwesen, auf dem Muhammad seine visionäre nächtliche Reise von Mekka nach Jerusalem und die spätere Himmelsreise unternahm. Während dieser Reise erhielt er die göttlichen Offenbarungen, die im Koran zusammengefasst wurden. Der Koran selbst erwähnt in Sure 17,1 nur die Vision des Propheten – nicht das Tier, das ihn trug. Erst die frühen Biografen des Propheten führen den vom Erzengel Gabriel gesandten „Buraq“ (etymologisch verbunden mit barḳ = Blitz) als Muhammeds Reittier ein. Die mehr und mehr ausgeschmückte Legende wurde im gesamten islamischen Kulturraum zu einem beliebten Sujet in der Dichtkunst und in der Malerei. In letzterer steht Buraq stellvertretend für Muhammed selbst, der nicht abgebildet werden darf. Auf den ältesten Darstellungen ist Buraq ein feingliedriges, menschenköpfiges Pferd. Persische und indische Miniaturen zeigen Buraq als geflügelte weiße Stute mit Frauenkopf und Pfauenschwanz. In der indonesischen Inselwelt, wo der Islam auf dem Handelswege seit dem 13. Jahrhundert Eingang fand, erhielten die Bildwerke Lokalkolorit. Buraq, der hier „Kuda Sembrani“ (geflügeltes Pferd) genannt wird, trägt häufig männliche Züge und ist im sogenannten wayang-Stil unter Verzicht auf eine räumliche Perspektive gemalt. Mit den seit 1890 als Landarbeiter angeworbenen Javanern "reiste" auch Al Buraq nach Surinam. Hier wurde seine Darstellung noch fabulöser. Buraq präsentiert sich nun - wie hier - als ein Kompositwesen aus Pferd, Vogel und Mensch mit den Attributen Pfeil, Schwert und Boot. Das Kreuz, das Buraq um den Hals trägt, ein christliches Symbol, geht möglicherweise auf den Einfluss der Herrnhuter Missionare unter den Surinam-Javanern zurück. Das Hinterglasbild befindet sich seit etwa 1930 im Museum. Nähere Angaben zur Provenienz liegen nicht vor. (PM)
Kultureller Kontext
Javanen (Herstellung)
Annegret Nippa: Ethnographie und Herrnhuter Mission, Dresden 2003, Abb. S. 152

unbekannte Herkunft, um 1930 inventarisiert

Reproduktion
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