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Kleiner Topf (urin'na leta'a)

uns nicht bekannt - Hersteller
Abmessungen
7,5 x 13,5 x 11 cm
Inventarnummer
72322
Der Topf ist 1994 in Lobo, einem Dorf an der Westküste der Insel Karakelang, von Lodwyk Gahiwu (kepala kebudayaan), der ihn zur Zubereitung und Aufbewahrung von Heilmitteln nutzte, erworben worden. In den 1990er Jahren gab es im Talaud-Archipel nur noch drei Dörfer, in denen saisonal in großem Umfang von den älteren Bewohnerinnen für den Eigenbedarf und für den Verkauf auf lokalen Märkten getöpfert worden ist. Hergestellt wurden hauptsächlich Sagobackformen sowie große Schalen und Töpfe zum Kochen von Reis und Knollenfrüchten. Diese tradierten Tongefäße fanden fast nur noch bei Festen in den Gärten anlässlich großer Gemeinschaftsaktionen (Rodung, Aussaat, Ernte) Verwendung. Dieser kleine Topf, der sich formal an einem modernern Metalltopf orientiert, war eine eher ungewöhnliche Sonderanfertigung.
Töpfern war eine ausschließliche Frauentätigkeit. Die Mitwirkung von Männern beschränkte sich auf die Beschaffung des Tons. Die 1994 dokumentierten Töpfereimethoden belegten eine Jahrtausende währende Tradition. Die Gefäße wurden aus dem mit Sand gemagerte Tonklumpen in der Treibtechnik frei Hand geformt. Zu den wenigen notwendigen Gerätschaften gehörten ein Holzschlegel zum Treiben, eine Muschelschale als Widerlager und zum Auskratzen des überschüssigen Materials aus dem Innern des Gefäßes, ein Bambusstab zum Glätten sowie einige weitere zum Einritzen der geometrischen Dekore. Nach 10 Tagen Trocknungszeit in der Sonne wurden die Gefäße mit dem Verschlussdeckel einer Schnecke poliert und anschließend auf offenem Feuer gebrannt. Mitunter wurden vor dem Brand, um diesen abschließenden und zugleich riskanten Prozess gelingen zu lassen, mit Holzkohle schützende Zeichen innen und außen auf das Gefäß gemalt. (P.Martin, 2008)
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