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Kayseri, sog. Seiden-Kayseri

uns nicht bekannt - Hersteller
Ort, Datierung
Anatolien, Kayseri-Gebiet, um 1900 bis 1. Viertel 20. Jh.
Abmessungen
189 x 108 cm
Inventarnummer
61954
Ein Stück, das 1978 im Staatlichen Kunsthandel der DDR gekauft wurde. Vorbesitzer sind nicht bekannt, die Provenienz daher ungeklärt. Zu dieser Zeit konnten DDR-Bürger Kunstgüter, Antiquitäten und andere Waren gegen DDR-Mark staatlichen An- und Verkaufsstellen überlassen. Hochwertige Kunstgüter wurden von Staatsseite aussortiert, um gegen Devisen gewinnbringend das Land zu verlassen – darunter auch beschlagnahmte Sammlungen. Die als minderwertig eingestuften Gegenstände verblieben im DDR-internen Kunsthandel und wurden von Privatleuten, Sammlern, Antiquitätenhändlern und Museen wieder erworben. Private, nicht-staatliche Antiquitätengeschäfte wurden geduldet - z.T. mit Repressalien konfrontiert, z.T. enteignet oder beschlagnahmt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses Stück unrechtmäßig in den DDR-internen Kunsthandel gelangt war – mit Sicherheit auszuschießen ist dies nicht.
Der Teppich ist Teil der sog. Müllersammlung. Der Dresdner Maler Wilhelm Müller (1929-1999) trug mit Unterstützung einer Handvoll Dresdner Teppichenthusiasten im letzten Jahrzehnt vor der Wende 1989 über 200 bäuerlich-nomadische Knüpfarbeiten und Flachgewebe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts für das Museum zusammen. Vorwiegend Teppiche, Decken und Behältnisse aus Anatolien, Persien, dem Kaukasus und Mittelasien, die noch aus Vorkriegszeiten in DDR-Haushalten vorhanden waren und es galt, sie vor Missachtung, Zerstörung und dem Verkauf ins Ausland zu bewahren – aufgespürt in Sperrmüllcontainern, über Zeitungsannoncen oder im DDR-Kunsthandel. Durch Müllers Rat und Wirken tätigte das Museum Ankäufe, nahm Schenkungen an, auch aus privaten Sammlungen und Nachlässen. Stücke der sog. Müllersammlung zeigen die ganze Bandbreite vom verschlissenen Belegstück bis zum gut erhaltenen, musealen Sammlerstück. (Simone Jansen, 2022)
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