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Ort, Datierung
Afrika, Togo, Kpéssi (Pessi), vor 1900
Abmessungen
111,5 x 18 x 9 cm
Inventarnummer
MAf 03668
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Dieser Stab oder Zepter wurde aus Eisen geschmiedet. Der Griff wurde aus Holz geschnitzt und mit Silberblech umhüllt. Bei dem Gegenstand handelt sich um ein Würdezeichen oder Ritualobjekt, welches eine große Heiligkeit aufweist (Dr. Ohiniko M. Toffa)
Laut Dr. Emery Patrick Effiboley ist ein Schutzszepter für eine hochrangige oder machtvolle Person, der symbolisch eine Schlange und zwei Schildkröten darstellt. Die Schlange hat ihr Gift von den Schildkröten bekommen. Dies kann bedeuten, dass die Schlange ihre Kraft von der Schildkröte bekommen hat oder dass, wenn jemand versucht, den Halter anzugreifen, dieser seine Kraft verstärkt.
Adolf Diehl (1870-1943) war einer der erfolgreichsten privaten unabhängigen „Ethnographica-Sammler“. Er war ca. 1890-1911 in den damals deutschen Kolonialgebieten Togo und Kamerun. Als Händler der Handelsgesellschaft Wölber und Brohm an der Küste Togos hatte Diehl Kontakte, über die er sich Objekte aneignen konnte, um diese gewinnbringend im Deutschen Reich zu verkaufen. Er reiste v.a. in Süd- und Zentraltogo, eignete sich währenddessen Objekte an oder erwarb diese von anderen Kolonisatoren. Er ließ aber vermutlich auch bei Kunsthandwerker*innen kulturelle Artefakte für den Verkauf anfertigen. (Brandstetter 2021; Horstmeier 2020; Linden-Museum Stuttgart 2018; Sebald 2014) Gerade bei heiligen Objekten und denen, die hochrangigen Personen gehörten, ist es wahrscheinlich, dass diese den Menschen gegen ihren Willen entwendet wurden. Der Stab bzw. das Zepter, ein Statussymbol eines Oberhauptes, stammt angeblich aus Kpéssi, ehemals Pessi, ein Ort, der sich auf kolonialen Karten nordöstlich von Atakpamé, an der Grenze zu Dahomey befindet. Es gibt in kolonialen Quellen allerdings auch eine „Landschaft Pessi (Pedji)“ im Bezirk Kete Krachi. Diehl verkaufte das Zepter im Jahr 1900 dem Museum. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 04.01.2023)
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