Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer IV 122
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H 64,8 cm, B 40,0 cm, T 28,5 cm
Inventarnummer
IV 122
Diese Ziervase bildet mit ihrem Pendant (IV 152) ein Paar. Fast acht Kilogramm wiegt jedes der beiden stattlichen Gefäße des Augsburger Goldschmieds Abraham II Drentwett. August der Starke erwarb sie erst rund zehn Jahre nach ihrer Entstehung im Jahr 1719 auf der Leipziger Ostermesse, sicherlich im Hinblick auf die bevorstehende Hochzeit des Kurprinzen mit der Kaisertochter Maria Josepha, deren glanzvolle Festlichkeiten alles bisherige in den Schatten stellen sollte. Auch wenn das Vasenpaar nicht unmittelbar für die Vermählung angefertigt wurde, so sind die Szenen der Wandungsreliefs nicht ohne Bezug zu dem großen Ereignis. In beiden Fällen wird eine Opferszene mit einer Darstellung aus der antiken Mythologie kombiniert. Venus, die Göttin der Liebe, führt dem Hochzeitsgott Hymen eine bekränzte Braut zu, während auf der gegenüberliegenden Seite einer Fruchtbarkeitsgöttin (Astarte?), die ein Kuhgehörn im Strahlenkranz in der Hand hält, ein Opfer dargebracht wird. Das Pendant zeigt den trojanischen Helden Aeneas, den die kumäische Sibylle mit Hilfe eines goldenen Zweiges in die Unterwelt geleitet, wo er seinen Ahnen begegnet. Auf der Gegenseite gilt das Opfer der Jagdgöttin Diana, einer strengen Verteidigerin der Jungfräulichkeit. Das Vasenpaar flankierte 1733 im Pretiosensaal die zum Wappenzimmer führende Tür und nahm damit einen exponierten Platz ein. Im wieder eingerichteten Grünen Gewölbe sind die beiden wichtigen Stücke im Silbervergoldeten Zimmer aufgestellt. In diesem Raum, dessen Bestände aufgrund der Einschmelzungen von 1772 stark dezimiert waren, befanden sie sich bereits 1817, nach einer Neuordnung des Grünen Gewölbes. Abraham II Drentwett, der ein Meisterzeichen in Gestalt eines Eichhörnchens führte, gehörte einer berühmten und weitverzweigten Augsburger Goldschmiededynastie an. Er arbeitete auch als Wachsbossierer und Stichzeichner und trat vorwiegend durch aufwendige Werke, zumeist mit reichem plastischen Dekor, hervor.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Meisterzeichen "Eichhörnchen"; Beschaumarke Augsburg (Seling 167; Seling 2007, Nr. 1350)
Reproduktion
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