Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer VIII 161
Ort, Datierung
Abmessungen
H 12,5 cm, B 5,7 cm, T 3,3 cm (ohne Flügelmutter auf Rückseite); Gewicht: 122 g
Inventarnummer
VIII 161
Besaß König Ludwig XIV. von Frankreich nur drei verschiedene Juwelengarnituren, so hatte August der Starke, Kurfürst von Sachsen und seit 1697 König von Polen, für sich 24 dieser Schmuckgarnituren geplant. Zehn Garnituren wurden letztlich ausgeführt und blieben einzigartig. Die Saphirgarnitur besitzt die ältesten noch heute erhaltenen Schmuckstücke des Kurfürst-Königs.
Im Dezember 1701 erwarb der sächsische Großkanzler von Beichlingen jenen außergewöhnlich geformten Edelsteine, der Ruhm und Stolz eines fürstlichen Schmuckes ausmachte und der Hutagraffe zu besonderer Zierde gereichte. Es war dies der „extra große Saphir in forma eines kleinen runden Berges“. Mineralogisch exakt handelt es sich bei dem Stein um einen undurchsichtigen blauen Cordierit, der im 18. Jahrhundert als Luchssaphir bezeichnet wurde. Man hat ihn im Inneren ausgehöhlt und mit Silberfolie ausgekleidet, um ihn durchsichtig erscheinen zu lassen.
Die prachtvolle Hutzier wurde im Dezember 1707 mit zahlreichen weiteren Bestandteilen der ersten Saphirgarnitur als Sicherheit für einen Kredit in einer Rotterdamschen Bank hinterlegt. Im April 1719 kehrte das Schmuckstück nach Dresden zurück, jedoch nicht früh genug, um, wie die meisten Teile der Saphirgarnitur, zu den Hochzeitsfeiern des Kronprinzen im September 1719 durch den König getragen zu werden. Die heute vorhandene Hutkrempe erhielt ihre Fassung in der Werkstatt von Johann Melchior Dinglinger um 1722 und ergänzte die nunmehr mit vielen hundert Brillanten ausgezierten anderen Teilen der Saphirgarnitur.
Unter König August III. von Polen, dem Sohn Augusts des Starken, wurde dem durch feine Silberdrähte im Schmuckstück befestigten Luchssaphir im Jahre 1734 der höchste symbolische Wert zugewiesen, denn er wurde aus der Hutagraffe zu besonderem Anlass entnommen: Er diente beim Krönungszeremoniell in Krakau als Spitze der eilig erstellten Ersatzkrone für den zweiten polnischen König aus dem sächsischen Herrscherhaus der Wettiner.
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