Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer i. 0084
Die Mitra ist komplett mit Goldgespinst und figürlichen Darstellungen in bunter Seidenstickerei überzogen. Vor dem Goldgrund heben sich die Heiligenfiguren klar ab. Sie sind in der Technik der sogenannten Nadelmalerei ausgeführt. Dabei werden die farbigen Stiche in unterschiedlicher Länge ausgeführt, so dass sie ineinandergreifen und feinste Schattierungen erzeugen. Die Blütezeit der böhmischen Bildstickerei, der diese Arbeit zuzuordnen ist, lag im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts in Prag.

Auf der Vorderseite an zentraler Stelle ist die Muttergottes Maria mit dem Kind gestickt. Sie wird links flankiert von der hl. Katharina mit dem Rad sowie rechts von der hl. Maria Magdalena mit dem Salbgefäß. Über Maria schwebt ein betender Engel, ihm zur Seite befinden sich links Johannes der Täufer mit dem Lamm Gottes, rechts der hl. Laurentius mit dem Rost. Diese beiden Heiligen sind die Hauptpatrone des Merseburger Domstifts.
Die Rückseite zeigt, der Mariendarstellung entsprechend, Christus in halber Figur als Mittelpunkt. Links von ihm findet sich Johannes der Evangelist mit dem Adler und rechts der hl. Petrus mit dem Schlüssel. Oben über Christus schwebt wieder ein betender Engel, ihm zur Seite links der hl. Romanus (oder hl. Georg) und rechts der hl. Diakon Maximus (oder hl. Stephanus). Die herabhängenden Bänder zieren oben je ein betender Engel, dann folgen unter gotischen Maßwerkbaldachinen links der hl. Jacobus mit der Muschel, links die hl. Margarethe mit dem Drachen, zuletzt rechts der hl. Andreas, und links die hl. Dorothea mit Rosen im Haar und Korb.

Die prominent an der Hauptseite dargestellten Hauptpatrone der Merseburger Domkirche sprechen für die Anfertigung für einen Merseburger Bischof. Stilistisch lässt sich die Mitra in die Amtszeit des Bischofs Friedrich II. von Hoym (1357-1382) einordnen, der gute Kontakte zum Kaiserhof in Prag pflegte. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit seiner Person lässt sich jedoch bislang nicht belegen.
Creditline
Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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