Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer Gal.-Nr. 265 A
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
104 x 87 cm
Inventarnummer
Gal.-Nr. 265 A
Viele venezianische Adlige haben sich von Tintoretto malen lassen. Doch sind nur drei Darstellungen von Frauen überliefert, die dem Künstler sicher zugeschrieben werden können. Die trauernde Frau ist namentlich nicht identifiziert. Ihr Bildnis entstand um 1550/55. Der Künstler vermittelt uns einen lebendigen Eindruck von ihr. Entspannt stützt sie ihren Arm auf einer steinernen Brüstung ab – eine Idee, die maßgeblich von Tizian entwickelt worden war und die Tintoretto in mehreren Porträts angewandte. Nachdenklich geht der Blick ins Unbestimmte, ruhig gleitet ein Rosenkranz durch die Finger ihrer linken Hand. In ihrer Rechten hält sie ein paar Handschuhe, der Ehering ruft ihren Mann in Erinnerung. Tintoretto betont mithilfe der Lichtregie die ‘sprechendsten’ Partien eines Porträts, Kopf und Hände. Alles andere entzieht er der Aufmerksamkeit. Das gilt insbesondere auch für den Raum, der nur angedeutet wird.
Im Gegensatz etwa zu Bologna sind aus der venezianischen Renaissance nur sehr wenige Darstellungen von Witwen überliefert. Die Kombination eines langen schwarzen Kleides mit einem schwarzen Schleier weist die Frau als Trauernde aus. Allerdings war Schwarz in Venedig nicht exklusiv den Trauernden vorbehalten. Auch musste der Schleier nicht unbedingt diese Farbe aufweisen. Porträts aus anderen Regionen Italiens zeigen, dass er auch in Grau- oder Weisstönen gehalten sein konnte. Die Künstler haben in ihren Porträts meist weitere Attribute verwendet, um die Witwen als solche zu kennzeichnen. Oftmals halten die Dargestellten Gebetbücher oder Taschentücher in Händen. Manchmal erweitern die Künstler aber auch die Porträts um narrative Elemente und stellen die Orte der privaten Andacht dar wie beispielsweise ein Betpult mit einem Andachtsbild oder auch einen auf einem Tisch stehenden Kruzifix. Tintoretto konzentriert sich dagegen völlig auf die Person und fügte nur ein weiteres Attribut bei: Der Rosenkranz ist sehr geläufig in Witwendarstellungen (Andreas Henning).
Harald Marx und Elisabeth Hipp: Gemäldegalerie Alte Meister Dresden, Bd. 2 Illustriertes Gesamtverzeichnis, Köln 2007, S. 539
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Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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