Kleinod des Ordens vom Goldenen Vlies (Rubingarnitur)

Dinglinger, Johann Melchior (1664-1731) Werkstatt - Juwelier
Ort, Datierung
Abmessungen
H 17,9 cm, B 9,5 cm
Inventarnummer
VIII 122
Die Kleinodien weltlicher Ritterorden machten den exklusivsten Schmuck fürstlicher Kleidung aus. Einer der ältesten und angesehensten, der Orden vom Goldenen Vlies, war ausschließlich Fürsten katholischen Glaubens vorbehalten. 1430 vom burgundischen Herzog Philipp dem Guten gegründet, wurde die toison d’or seit dem frühen 16. Jahrhundert zur höchsten Auszeichnung des Hauses Habsburg, dem die Würde des Ordenssouveräns mit dem burgundischen Erbe zugefallen war. Das Ordenszeichen des jeweiligen Ritters musste nach dessen Tode an die Ordenskanzlei zurückgegeben werden. Als Ordensinsignie diente ein goldenes Kleinod in Form eines Widderfells, das an der Ordenskette um den Hals getragen wurde. Die Kette oder Collane bestand aus Feuereisen und flammenden Feuersteinen. Die Symbole leiten sich von der Argonautensage her ab, die von der Eroberung des berühmten goldenen Vlieses durch eine Gruppe furchtloser Helden berichtet. August der Starke wurde 1697, dem Jahr seiner Königswahl, als zweiter Wettiner nach Herzog Georg dem Bärtigen in die Liste der Ordensritter eingeführt. Tatsächlich wurden ihm aber erst 1722 zeitgleich mit seinem Sohn Friedrich August II. die Insignien des Ordens im Auftrag Kaiser Karls VI. überreicht. Der Kaiser gewährte den sächsischen Majestäten das Privileg, Ritter des Ordens des Goldenen Vlieses zu sein und gleichzeitig ihrem eigenen Polnischen Weißen Adler-Orden vorzustehen. Das Kleinod des Goldenen Vlieses der Rubingarnitur war eines der ersten von einer Vielzahl juwelengeschmückter Kleinodien, von denen sich heute noch elf im Grünen Gewölbe befinden. Der Orden wird Johann Melchior Dinglinger zugeschrieben, der drei ungewöhnlich große Balasrubine in die Hauptbestandteile eingesetzt hatte. Diese Dreizahl herausragender Hauptsteine entwickelte sich zum Ideal eines prächtigen Vliesordens. Siebzig mittelgroße Brillanten tragen ebenfalls dazu bei, dass das begehrteste Ordenszeichen der katholischen Welt eine große Kostbarkeit ausstrahlt.

Reproduktion
Wenn Sie Reproduktionsrechte an diesem Objekt erwerben wollen, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Weitere Objekte, die Sie interessieren könnten, aus den Rubriken:
Kleinod

Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens (Diamantrosengarnitur)

Globig, Christian August
Grünes Gewölbe
Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens (Diamantrosengarnitur)
Globig, Christian August
Grünes Gewölbe
Grünes Gewölbe

Perlmutterbecken

Schmidt, Nicolaus
Grünes Gewölbe
Perlmutterbecken
Schmidt, Nicolaus
Grünes Gewölbe
Dinglinger, Johann Melchior

Der Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger (1664-1731)

Dinglinger, Sophie Friederike
Gemäldegalerie Alte Meister
Der Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger (1664-1731)
Dinglinger, Sophie Friederike
Gemäldegalerie Alte Meister
Zum Seitenanfang