Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer SAm 19083
Ein Stück Guaraná-Paste, das in Form eines Fisches ausmodelliert wurde. Guaraná (Paullinia cupana) gehört zu den Seifenbaumgewächsen und ist im Amazonasgebiet verbreitet. Die Samen enthalten Coffein und Tannin und werden seit langem von indigenen Gruppen medizinisch verwendet (z.B. Kreislaufanregung, Fieber senken, Durchhaltevermögen steigern, Hunger oder Durst unterdrücken). Dafür werden die Samen pulverisiert und mit Cassava-Mehl zu einer Paste verarbeitet, die zur Einnahme in Wasser gelöst wird. Heute wird Guarana weltweit auch industriell als Nahrungsergänzungsmittel und in Energy-Drinks eingesetzt.
Die Mawé (auch Maué oder Sateré-Mawé) sind eine Gruppe der Tupi-Sprachfamilie, die ursprünglich weite Gebiete südlich des Amazonas-Hauptstromes in den heutigen brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Pará bewohnten. Von 1690 bis heute waren sie in Kontakt mit verschiedenen christlichen Missionen. Über lange Zeiträume verlief der Kontakt mit Europäern friedlich, zu Beginn des 20. Jh wurden jedoch mehrere Siedlungen durch Gummipflanzer zerstört. Um 2015 lebten etwa 13.000 Mawé als Fischer, Jäger und Sammler in einem eigenen Reservat zwischen Manaus und Santarém.
Herrmann August Meyer (1871-1932) entstammte einer erfolgreichen Leipziger Verlegerfamilie. Nach dem Studium der Ethnologie und Anthropologie organisierte er zwei Expeditionen ins Gebiet des Xingú in Brasilien (1895/96 und 1898/99) und gründete mehrere deutsche Kolonien im Süden des Landes. Der wissenschaftliche Erfolg und die fachliche Aufbereitung der Expeditionen blieben bescheiden. Meyer gilt jedoch als besonderer Unterstützer des Leipziger Museums, zumal er dem Museum den Großteil seiner etwa 4000 Objekte umfassenden ethnografischen Sammlung schenkte. Davon sind heute noch ca. 1500 Objekte vorhanden. (MVL, Frank Usbeck, 05.08.2022)
Kultureller Kontext
Mawé (Herstellung)
Reproduktion
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