Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer MAf 11677 a-k
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Ort, Datierung
Afrika, Togo, Alt-Heingba, vor 1905
Abmessungen
2,5 x 5,5 x 4,8 cm (a), 2 x 5,6 x 5,3 (b), 2,4 x 5 x 5,4 cm (c), 2,3 x 5 x 5 cm (d), 2 x 5,5 x 4,5 cm (f), 2 x 5,2 x 5 cm (h), 2,8 x 5 x 4,5 cm (i)
Inventarnummer
MAf 11677 a-k
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Bei den Objekten handelt es sich um sieben fast gleiche große sog. Blitz- oder Donnersteine (sokpé) aus Quarz, die mittig beidseitig Vertiefungen aufweisen. Laut Dr. Ohiniko M. Toffa stammen die Steine aus Süd-Togo und stellen Objekte des Donnergottes namens Xiebesso (So - origineller Name), der die Ernte, die Jahreszeiten und das Wetter kontrolliert, dar. Die Steine sind sein Geschoß, mit welchem er beispielsweise einen Dieb mit Steinwurf bestraft. An der Farbe der Steine kann man erkennen, ob jemand damit getötet wurde oder nicht. Wenn er dunkel ist, bedeutet das, dass mit dem Stein getötet wurde. Wenn er hell ist, hat der Stein nicht getroffen.
Der Donnerstein wird benutzt, um die Kraft des Donners gegen einen Feind mit mächtigen Worten zu aktivieren, und zwar von denen, die dieses Wissen besitzen. Dies ist nicht nur ein Brauch oder Glaube der Ewe, sondern kann in ganz Westafrika beobachtet werden. (Dr. Emery P. Effiboley)
Hans Gruner schenkte zahlreiche solcher Blitzsteine, wovon einzelne als vermisst gelten, im Jahr 1905 an das Museum. Hans Gruner (1865-1943) war Naturwissenschaftler und von 1892-1914 Kolonialbeamter in der deutschen Kolonie Togo. Er hatte u.a. die Leitung der Station "Misahöhe" (1892-1896 und 1899-1914) und "Sansanné-Mango"(1896-1899), sowie der "Deutschen Togo-Hinterland-Expedition" (D.T.E.) von 1894-1895 inne und war Teil zahlreicher anderer sog. Strafexpeditionen. Er heiratete zu einem uns unbekanntem Datum eine Frau der Ewe namens Woegblo Nutsua à Kuma-Tokpli. Durch diese hierarchische Beziehung hatte er wahrscheinlich zusätzlich leichteren Zugang zu Objekten. Gruner schenkte dem Museum 168 Objekte. Bei religiösen und geheimen/ heiligen oder Statusobjekten, ist es unwahrscheinlich, dass diese freiwillig abgegeben worden sind.
Laut Katalogzettel waren ursprünglich 10 Steine, die aus „Alt-Heingba“ stammen sollen, unter der Inventarnummer verzeichnet. Weiter heißt es: „Fundstelle Fuß des Gebirges bei Heingba, Punkt: Ende der Farm […] aus Alt-Heingba nach Nordwest der […] Umgebung von Misahöhe“.
Die Ortsangabe "Alt-Heingba" ist uns bisher unbekannt. Aber Gruner war von 1892-1896 und 1899-1914 Stationsleiter in "Misahöhe" und führte von dort zahlreiche sog. Expeditionen ins Umland durch, bei denen er sich wahrscheinlich die meisten Blitzsteine angeeignet hat. Aufgrund des potenziellen Herkunftsortes sowie des religiösen Kontextes, könnten die Steine den Ewe zugeordnet werden. Gruner schreibt aber auch in einem Brief an das Deutsche Museum in München am 20.06.1914, dass er viele der Steine in einer alten Siedlung der Muawo in "Misahöhe" gefunden hat. Die Muawo oder Mu-Leute sollen laut Gruner vor den Ewe in den Bergen um "Misahöhe" gelebt haben. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 12.01.2023)
Kultureller Kontext
Ewe (Herstellung)
Reproduktion
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